3 Sterne · Rezensionen

DIE MUTTER MEINER MUTTER – Sabine Rennefanz

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Die Geschichte

Ich habe etwas über deinen Großvater herausgefunden“, ist der Satz, der für die Erzählerin des Buches alles verändern wird. Bisher war ihr Großvater immer ihr großer Held gewesen, der sie mit dem Pferd zur Schule brachte, als sie klein war und für den seine Töchter und Enkel das Wichtigste zu sein schienen. Ganz im Gegensatz zu ihrer Großmutter. Sie war stets distanziert und hatte sich ihr ganzes Leben zurückgezogen. Sie war ihrem Mann eine schlechte Ehefrau und niemand wusste, warum die beiden überhaupt verheiratet waren.

Großvater Friedrich Stein kehrte 1949 als sowjetischer Kriegsgefangener in seine Heimatstadt Kosakenberg zurück. Dort traf seine zukünftige Frau Anna das erste Mal auf ihn. Sie kam nach dem Krieg mit ihrer Stiefmutter und ihren Stiefbrüdern in das kleine Dorf in der sowjetischen Besatzungszone. Dort arbeitete sie bei Familie Wendler.

Das Geheimnis um die Ehe ihrer Großeltern erfährt die Enkelin erst viel später, lange nach dem Tod ihres Opas. Sowohl für sie als auch für die drei Töchter von Anna und Friedrich wird es der Grund, das Leben ihrer Eltern aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen.

Meine Meinung

Ich habe mich total gefreut, als ich dieses Buch bei der Lovelybooks Leserunde gewonnen habe. Ich fand das Thema interessant und auch die Leseprobe hatte mir gut gefallen. Da das Buch aber total spät bei mir ankam und ich danach dann auf Stufenfahrt war, konnte ich nicht wirklich an der Leserunde teilnehmen, was ich ziemlich schade fand. Auch die Rezi hier ist eigentlich relativ spät, denn ich habe das Buch schon vor einer Weile zu Ende gelesen.

So, nun aber zum Buch. Der Titel kam mir von Anfang an sehr distanziert vor. Auch im Buch lautet die Beschreibung der Großmutter meist „Die Mutter meiner Mutter“ und nur ganz selten „Oma“. Zuerst wundert man sich vielleicht darüber, allerdings wird relativ schnell klar, warum der Titel so gewählt wurde.

Die Figuren im Buch sind unterschiedlich ausgearbeitet. Über manche erfährt man recht wenig und über andere erfährt man sehr viel, vor allem natürlich über ihre Vergangenheit. In einem anderen Buch wäre das vielleicht ein Kritikpunkt, hier allerdings sehe ich es sehr positiv, denn die Erzählerin der Geschichte (ich weiß, dass es ja eigentlich die Sicht der Autorin ist, aber wie wir ja alle in der Schule gelernt haben, darf man nie Autor schreiben sondern nur Erzähler oder lyrisches Ich oder so :D)

Der Schreibstil passte gut zum Thema des Buches. Meist waren es einfache aber aussagekräftige Sätze. Was mich ein wenig gestört hat, war, dass vor allem am Anfang bei der wörtlichen Rede meist keine Anführungszeichen genutzt wurden, zwischendurch aber schon. Gegen Ende wurden es dann immer mehr. Warum habe ich immer noch nicht herausgefunden. Zudem wurden oft Dinge wiederholt, die vorher bereits erwähnt wurden. Dadurch zog sich das Ganze meiner Meinung nach etwas.

Durch häufige Perspektivwechsel, die aber relativ eindeutig und somit nicht verwirrend sind, wird die Geschichte lebendiger, obwohl sie ja quasi eine einzige Aneinanderreihung von Erzählungen ist. So allerdings bekommt man letztendlich nicht nur den Einblick in das Leben einer Person sondern in das mehrerer.

Meiner Meinung nach ist das Buch nur etwas für Leute, die sich wirklich für das Thema interessieren. Ich fand es zwar interessant, aber meiner Meinung nach wird durch den Klappentext viel zu viel vorweg genommen. Ich wusste dadurch quasi die ganze Zeit schon, was im Buch passiert. Das hat das Ganze irgendwie nur halb so spannend gemacht. „Die Mutter meiner Mutter“ bekommt daher von mir

von 5

Die Mutter meiner Mutter:
256 Seiten, 19,99€ (Gebundene Ausgabe), 15,99€ (Kindle-Edition), erschienen bei Luchterland

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