Rezensionen

CINDERELLA UNDERCOVER: ASCHENPUTTELS WAHRE GESCHICHTE – Gabriella Engelmann

IMG_5769Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen!“ […]
„Schon erstaunlich, was der Vogel in dieser kurzen Zeit alles gelernt hat“, sagte sie (Stephanie) und erntete mit dieser Bemerkung ein paar verstörte Blicke ihrer Töchter.

– Cinderella Undercover: S. 143

Die Geschichte:

Auch sechs Monate nach dem Tod ihrer Mutter geht es bei Cynthia zu Hause immer noch ein wenig drunter und drüber, denn sowohl sie als auch ihr Vater sind aufgrund der vorangegangenen Ereignisse noch immer etwas neben der Spur. Doch eines Abends überrumpelt Cynthias Vater sie damit, dass er eine neue Freundin hat – Stephanie. Und die scheint eine richtige Zicke zu sein. Als wäre das noch nicht genug, hat „Diese Frau“ auch noch zwei total arrogante Töchter. Ehe sie sich versieht, wohnt Cynthia mit den drei Grazien, wie sie sie nennt, zusammen und muss den beiden Töchtern Kristen und Felicia dauerhaft hinterher räumen, denn die sehen es nicht ein, auch nur einen Finger zu rühren.

Doch es gibt auch noch andere Dinge, oder eher Personen, die das Leben der 15-jährigen auf den Kopf stellen. Zum Beispiel Daniel, der sehr gut aussehende Sohn eines Buchhändlers. Aber auch hier gibt es ein Problem: Felicia. Cynthias Stiefschwester scheint nämlich ebenfalls ein Auge auf den „Dreamboy“ geworfen zu haben.

Trotz allem versucht das junge Mädchen, das Beste aus der Situation zu machen. In ihren Freundinnen Paule und Louise hat sie immerhin ihren Fels in der Brandung. Und dann ist da noch der Designer „The Famous GG“, der ihr dabei helfen will, ihren großen Traum, einmal Kunst zu studieren, zu verwirklichen.

Im Grunde geht es in Cynthias Leben auf und ab, doch vielleicht wird alles ja doch noch ganz positiv verlaufen? Das Kulturfestival, was in Kürze in ihrem Viertel veranstaltet wird, scheint zumindest schon mal ein guter Anfang zu sein, um Daniel etwas näher zu kommen…

Meine Meinung:

Wie lange dieses Buch schon in meinem Regal stand, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Die beiden vorherigen Bände habe ich schon gelesen, aber vor Cinderella Undercover habe ich dann irgendwie aufgehört. Umso mehr freue ich mich, dass ich es jetzt endlich gelesen habe, denn das hat sich wirklich gelohnt. Das Buch kam mir gerade recht, weil es sehr kurze Kapitel hat, von denen man einfach mal zwischendurch ein bis zwei lesen kann, was für mich im Moment perfekt ist, da ich sehr viel für die Schule machen muss – immerhin stehen die Vorabiklausuren vor der Tür. Dieser Roman hat das bisschen Zeit, das mir zwischen dem Lernen noch so blieb, auf jeden Fall aufgelockert. Es ist so ein bisschen wie Urlaub, da es sich einfach so gut lesen lässt. Und hey, die Geschichte spielt in Hamburg, wo ich letztens ja wirklich noch im Urlaub war.

Die Figuren sind alle sehr unterschiedlich, alle haben andere Charakterzüge, was mir sehr gut gefallen hat. Cynthia ist eigentlich ein typischer Teenager. Natürlich versucht sie, über den Tod ihrer Mutter hinwegzukommen, aber ansonsten ist sie relativ „normal“. Ich finde, sie ist eine sehr angenehme Protagonistin. Vor allem kann man eine Entwicklung innerhalb des Buches erkennen. Es ist nicht so, dass sie am Anfang mega schüchtern war, aber trotzdem merkt man, dass sie an ihren Aufgaben und der Verantwortung, die sie übernimmt, wächst und selbstbewusster wird.
Auch die anderen Charaktere waren mir sehr sympathisch. Manche waren vielleicht ein wenig oberflächlich ausgearbeitet, aber es kamen auch sehr viele Personen vor. Meine Lieblingsfigur (ich schreibe hier bewusst nicht Person) ist definitiv der Beo La Perla, der immer an den richtigen Stellen den richtigen Spruch parat hat. Übrigens fand ich es sehr schön, dass auch Personen aus den vorangegangenen Bänden einbezogen wurden. So erfuhr man auch, wie es nach Ende des Buches, in dem sie die Hauptrolle gespielt haben, weiterging. (Na ja gut, teilweise waren diese Storys vielleicht ein bisschen hoch gegriffen, aber ich glaube, das war extra so, damit es ein bisschen amüsanter wird.)

An sich ist die Geschichte mitten aus dem Leben gegriffen. Natürlich ist es eher speziell, dass Cynthias Mutter gestorben ist, aber das war auch gar nicht das Hauptthema der Story. Übrigens fand ich es gut, dass zwischendurch auch immer wieder Szenen vorkamen, in denen Cynthia über ihre Mutter nachgedacht hat. So entstand nicht der Eindruck, dass sie einfach nur „aus dem Weg geschafft“ werden musste, damit die Geschichte ins Laufen kommt. Die Szenen häuften sich aber auch nicht allzu sehr. Das hätte meiner Meinung nach auch den Eindruck gemacht, als wäre das arme Mädchen in endlos tiefer Trauer versunken. Auf jeden Fall kann man Cynthia meiner Meinung nach meistens sehr gut nachvollziehen, da viele Situationen einfach so alltäglich sind, dass man sie selber schon mindestens hundertmal erlebt hat. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass der Fokus im Großteil des Romans gar nicht auf der Liebesgeschichte lag, wie man anhand des Klappentextes vermuten würde. In der ersten Hälfte des Buches geht es hauptsächlich um die neue Familiensituation und die Probleme mit den Stiefschwestern. Später sind auch das Kulturfestival sowie die Kunst, insbesondere Street-Art, ein großes Thema. Ich fand es sehr gut, dass das Ganze dadurch sehr vielseitig wurde, denn immer nur reine Liebesgeschichten, kann ja keiner mehr sehen. (Jaja, ich weiß, meistens gibt es auch in Liebesromanen noch einen weiteren Handlungsstrang. Aber die wirken dann immer so gezwungen, was hier nicht der Fall war.) Allerdings kam Cynthia mir ehrlich gesagt nicht wirklich so vor, als wäre sie bis über beide Ohren in Daniel verliebt. Meiner Meinung nach war das eher eine kleine Schwärmerei.

Sehr aufgefallen sind mir die teilweise großen Zeitsprünge über mehrere Tage bis hin zu Wochen oder sogar Monaten. Erst habe ich gedacht, dass dadurch vielleicht etwas in der Geschichte fehlen würde, aber meiner Meinung nach war das nur in sehr kleinen Teilen der Fall, da alle relevanten Geschehnisse aus der übersprungenen Zeit noch einmal rückblickend betrachtet werden.

Fazit:

Ich finde, Cinderella Undercover ist eine total süße Geschichte, die sehr vielseitig ist. Mir hat sie gut gefallen, da sie einfach mitten aus dem Leben gegriffen wurde und es mal ein Buch ohne Fantasy war. An manchen Stellen merkt man schon, dass das Buch eher etwas für Jüngere ist. Die Geschichte ist einfach sehr gemütlich und nicht sonderlich spannend, aber dennoch möchte man wissen, wie es weitergeht. Nun gut, eigentlich weiß man ja ungefähr, wie es endet, da es nun mal eine Märchenadaption ist und ich denke, die meisten wissen, wie Aschenputtels Story endet. Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen, denn es kam einfach genau zum richtigen Zeitpunkt und war perfekt, da es sich halt sehr leicht und schnell lesen lässt. Da man an vielen Stellen aber auch merkt, dass es nun mal eher eine „Zwischendurchgeschichte“ ist (zumindest empfand ich das so, liegt vielleicht auch an der Alterskategorie), bekommt Cinderella Undercover von mir

★ ★ ★1/2 von 5

Cinderella Undercover:

283 Seiten, 6,00€ (Broschiert), 9,99€ (E-Book), erschienen bei Arena

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2 Kommentare zu „CINDERELLA UNDERCOVER: ASCHENPUTTELS WAHRE GESCHICHTE – Gabriella Engelmann

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