4 Sterne · Rezensionen

UND EIN GANZES JAHR – Gayle Forman

ACHTUNG!
Bei „Und ein ganzes Jahr“ handelt es sich um die Fortsetzung von „Nur ein Tag“. Wer den ersten Teil also noch nicht gelesen hat, sollte diese Rezension mit Vorsicht genießen (oder lieber gar nicht), da eventuell Spoiler für den vorherigen Band darin vorkommen werden.

IMG_5983Jeder normale Mensch würde sagen, es ist zu spät. Es fühlte sich schon an jenem Tag zu spät an, als ich im Krankenhaus aufgewacht war. Aber ich habe trotzdem weitergesucht.
Und ich suche noch immer.
– Und ein ganzes Jahr: S. 292

Die Geschichte:

Als Willem im Krankenhaus erwacht, weiß er nicht mehr, was zuvor passiert ist. Doch er hat sofort das Gefühl, dass es einen dringenden Grund gibt, das Krankenhaus zu verlassen, denn irgendetwas scheint er dort, wo er vorher war, zurückgelassen zu haben. Doch plötzlich fällt es ihm wieder ein: Lulu! Das Mädchen, das er am Vortag kennengelernt hat und das ihn so fasziniert hat. Aber als Willem an den Ort, wo er mit Lulu übernachtet hat, zurückkehrt, ist sie verschwunden. Keine Spur von ihr, keine Nachricht – nichts. Sofort macht er sich auf die Suche nach ihr, doch diese bleibt erfolglos. Was er auch versucht, es scheint unmöglich, das Mädchen, mit dem er diesen Tag in Paris verbracht hat, von dem er nicht einmal den richtigen Namen kennt, ausfindig zu machen. Doch es gibt so viele andere Dinge, die ihm auf seiner Suche nach dem vermeintlichen „Doppelten Glück“ widerfahren, die ihm ohne Lulu vielleicht nie passiert wären. Und so kommt es, dass sich im folgenden Jahr unglaublich viele Dinge in Willems Leben ereignen, mit denen er nie gerechnet hätte.

Meine Meinung:

Da dies ja sozusagen der zweite Band des Roman-Duos ist, kannte ich das Ende natürlich schon. Allerdings wollte ich unbedingt wissen, was Willem in dem Jahr, in dem Lulu ihn im ersten Band gesucht hat, gemacht hat. Außerdem hatte ich die Hoffnung, dass das Ende noch ein bisschen weitergeführt wird.

Zuerst muss ich sagen, dass ich es super finde, dass der Tag, den Willem und Allyson alias Lulu in Paris verbringen, nicht noch einmal durchgekaut wird. Der Roman beginnt tatsächlich erst an der Stelle, an der Willem im Teil aus Lulus Sicht bereits verschwunden ist. Und da man im ersten Band ja überhaupt nicht erfahren hat, was Willem widerfahren ist, war von der ersten Seite an nichts vorherzusehen. Nur gegen Ende hin wurde eigentlich immer klarer, was nun passieren wird, aber zwischendurch ereignete sich sehr viel Ungeahntes. Auch dieser Roman ist wieder voll mit Reisen und fremden Ländern und Städten, allerdings komplett andere als im ersten Teil, was ich sehr interessant fand. Ebenso ist auch Shakespeare wieder ein Thema, allerdings noch ein wenig mehr als in Band eins. Ich fand die Thematik ganz interessant, da ich ansonsten mit Shakespeare nur im Englischunterricht zu tun hatte.

Was mir sehr gefallen hat, war, dass man Willem viel besser kennengelernt hat. Endlich wurde klar, wie es ihm die ganze Zeit erging. Am Anfang hatte ich ein bisschen Angst, dass ich mich nicht so gut in ihn hineinversetzen kann, da ich meist nur Bücher lese, die aus der Sicht eines Mädchens geschrieben sind. Aber Gayle Forman hat es wunderbar hinbekommen, Willems Gedanken und Gefühle zu verdeutlichen. Ich finde es auch sehr schön, dass man wirklich merkt, wie sich sein Leben immer mehr wandelt und er immer mehr zu dem wird, und das bekommt, was er sich wünscht und vorstellt, obwohl er eigentlich gar nicht weiß, dass er es gerne so hätte… ist das ansatzweise verständlich? Auch daran kann man, genau wie bei Allyson, sehen, wie ein Mensch einen anderen verändern kann. Aber nicht unbedingt so verändern, wie man vielleicht denken würde. Schwer zu erklären, ohne alles zu spoilern. Am besten, ihr lest selber, was ich meine. 😀
Auch in diesem Roman sind die Nebenfiguren wieder ganz wundervoll. Willems Freunde sind zwar eigentlich nur ganz normale Jungs, aber ich mochte sie trotzdem – vor allem Broodje. Seine Mutter war mir am Anfang eher unsympathisch, aber mit der Zeit wurde klarer, wieso sie so ist, wie sie ist und man merkt eine starke Veränderung. Das ist ja ähnlich wie im ersten Band, wo sich auch Allysons Mutter sehr stark verändert. Ebenso wie in „Nur ein Tag“ sind auch in diesem Buch wieder so viele unglaublich nette und hilfsbereite Menschen vorhanden, dass es fast zu schön ist um wahr zu sein. Von einer Person hätte ich mir allerdings erhofft, dass sie noch einmal vorkommt, denn sie verschwand quasi von einem Moment auf den anderen und wurde nicht mehr erwähnt.

Was mich teilweise ziemlich aufgeregt hat, war, dass ich ja schon wusste, wo Allyson ist und was sie macht, und in einer Situation dachte ich nur so „Neeeeein, tu es nicht!! Bleib da, dann findest du sie gleich!“, obwohl ich natürlich wusste, dass genau dieser Fall nicht eintreten wird. Ein Grund mehr, sofort weiterzulesen!
Das Ende hat mich aber genau wie im vorigen Band etwas gewurmt, da ich mir einfach einen noch klareren Abschluss gewünscht hätte. Aber es gibt noch ein Folgekapitel, das den Namen „Und noch eine Nacht“ trägt. Es ist aber nur als E-Book erhältlich und ich habe keinen Reader. Leider ist es anscheinend nicht möglich, es über die Kindle App oder Google Play Bücher zu lesen, denn das habe ich beides auf dem Tablet meiner Mutter ausprobiert und es hat nicht funktioniert. Das ärgert mich irgendwie ziemlich, da ich nun noch ein paar Wochen warten muss, bis ich bei einer Freundin bin, die einen Kindle hat. Echt schade! Aber dies soll natürlich der Geschichte in „Und ein ganzes Jahr“ keinen Abbruch tun, denn die ist wirklich toll. Manchmal scheint zwar etwas viel auf einmal zu passieren, allerdings liegen oft ein paar Wochen zwischen den Ereignissen. Außerdem fand ich es ganz gut, dass die ganze Zeit etwas passiert, und zwar nicht nur das, was man von der Story erwarten würde.

Fazit:
Alles in allem hat mir dieses Buch, genau wie der Vorgänger, sehr gut, wenn nicht sogar noch ein bisschen besser gefallen. Willem war mir sehr sympathisch und ich konnte ihn gut nachvollziehen (eigentlich sogar besser als Allyson). Ich war immer motiviert, weiterzulesen und konnte teilweise auch gar nicht aufhören, weil ich unbedingt wissen wollte, was als nächstes passiert, obwohl ich das Ende ja schon kannte. Der Roman ist sehr schön geschrieben und die Story super umgesetzt. Ebenso wie „Nur ein Tag“ bekommt „Und ein ganzes Jahr“ von mir

von 5

Und ein ganzes Jahr:
368 Seiten, 14,99€ (Broschiert), 12,99€ (E-Book), erschienen bei Fischer FJB

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2 Kommentare zu „UND EIN GANZES JAHR – Gayle Forman

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