4 Sterne · Rezensionen

MAYBE SOMEDAY – Colleen Hoover

IMG_6002Dabei kann ich diese Reaktion momentan wirklich nicht gebrauchen. Ich will das nicht. Echt nicht. Vor einer Woche habe ich mit Hunter Schluss gemacht. Das Allerletzte, was ich jetzt will – oder gebrauchen kann -, ist, mich in diesen Kerl hier zu verknallen.
Allerdings glaube ich, dass das vielleicht schon lange vor dieser Woche passiert sein könnte.
Mist.
– Maybe Someday: S. 130

Die Geschichte:

Für Sydney bricht eine Welt zusammen, als sie herausfindet, dass ihr Freund Hunter sie mit ihrer besten Freundin Tori betrügt. Da sie mit letzterer bis zu diesem Zeitpunkt zusammengewohnt hat, ist sie zu allem Überfluss auch noch obdachlos. Doch zum Glück gibt es Ridge, den Sydney kurz zuvor kennengelernt hat. Kurzerhand nimmt er sie bei sich auf. Im Gegenzug dazu, dass Sydney in Ridges Wohnung unterkommt, soll sie Songtexte für ihn schreiben – denn Ridge ist der Songwriter einer Band mit einer ordentlichen Schreibblockade.
Die beiden verstehen sich super und werden beim Texte schreiben schnell zu einem eingespielten Team, denn die beiden scheinen sich beim Musik machen auch ohne große Worte zu verstehen. Durch das tägliche Zusammensein und Songtexte schreiben kommen die beiden sich allmählich näher. Doch genau da liegt das Problem. Denn Sydney hat noch an der Trennung von Hunter zu knabbern und, was viel schlimmer ist, Ridge hat eine Freundin. Doch je mehr die beiden versuchen, sich nicht ineinander zu verlieben, desto stärker werden ihre Gefühle füreinander.

Meine Meinung:

Als ich das Buch bei der lieben Vanessa gewonnen habe, habe ich mich tierisch gefreut, denn es war mein erstes Werk von Colleen Hoover. Und ich muss sagen: Es war klasse! Die Frau hat wirklich Talent dazu, an den richtigen Stellen die richtigen Worte zu finden. Ich werde ihre Bücher auf jeden Fall im Auge behalten, auch wenn ich nicht weiß, ob ich Will und Layken jemals lesen werde… Die sind mir doch irgendwie zu gehyped. 😀

Was ich total super finde, ist die Idee, die Songs, die Sydney und Ridge in dem Roman schreiben, tatsächlich zu vertonen. Soweit ich das richtig gesehen habe, muss man das Album kaufen, wenn man den Code am Ende des Buches einscannt. Da ich keine Barcode-Scanner-App (was ein Wort) habe, habe ich mir die Lieder einfach auf Spotify angehört, wo sie dann ja auch kostenlos sind. Eigentlich waren die Songs nicht so mein Musikgenre, aber ich fand es trotzdem schön, sie anzuhören, wenn im Buch die zugehörigen Texte dazu gedichtet wurden. Ich meine, ich mag Musik, ich mag Bücher – was kann es also besseres geben als beides zusammen?

Ein bisschen schade fand ich, dass so gut wie keine anderen Dinge, die passieren, zum Beispiel Sydneys Studium, beschrieben wurde. Es ging quasi die gesamte Geschichte über nur um Sydney und Ridge, was einerseits schön war, weil man sich so nur auf die beiden konzentriert hat, andererseits hätte mir ein bisschen Abwechslung aber auch gut gefallen.

Der Roman ist abwechselnd aus Sydneys und Ridges Sicht geschrieben, also immer ein Kapitel aus ihrer Sicht und dann eins aus seiner. Sowas mag ich nicht immer, aber in diesem Fall fand ich es schön, da man einen viel viel besseren Einblick in die Gedanken der beiden bekommen hat. Ohne zu wissen, was in den Köpfen von BEIDEN Protagonisten vorgeht, wäre die Geschichte vermutlich komplett anders gewesen, auch wenn sie den gleichen Verlauf und das gleiche Ende gehabt hätte.
Sydney war mir eigentlich recht sympathisch, ich konnte sie aber manchmal nicht so ganz nachvollziehen, was aber vermutlich daran liegt, dass sie einen komplett anderen Charakter hat als ich. Ab und zu war sie mir etwas zu hin- und hergerissen, vor allem gegen Ende des Buches. In der einen Minute will sie dies, dann wieder das… Wobei ich das eigentlich gar nicht so richtig als Kritikpunkt sehen kann, da ich wahrscheinlich in der Situation auch nicht wirklich konsequenter in meinen Entscheidungen gewesen wäre. Alles in allem mochte ich Sydney, sie war eine relativ „umgängliche“ Protagonistin, was ja nicht selbstverständlich ist. Immerhin gibt es immer mal wieder welche, die so gar nicht das tun, was man gerne hätte und die einem richtig auf die Nerven gehen können. Das war bei Sydney aber die meiste Zeit nicht der Fall.
Ridge hingegen hat mich irgendwann etwas aufgeregt, da er noch unentschlossener schien als Sydney, denn bei ihm waren die Entscheidungen noch unterschiedlicher als bei ihr. Auf der einen Seite stand bei ihm seine Freundin Maggie, auf der anderen Sydney. Allerdings ist es hier vermutlich Sinn der Sache gewesen, dass der Leser sich aufregt. Und mal ehrlich: ich glaube nicht, dass irgendwer hier in Ridges Situation sofort einen Entschluss gefasst hätte, was er nun tun wird. Ich denke, da hätte ich genauso rumgeeiert mit meinen Gedanken. 😀 Des weiteren ist Ridge aufgrund einer Sache, die ich hier aber noch nicht verraten möchte, damit sie euch genauso überrascht wie mich, eine sehr interessante Person. Mit dem Thema, das ihn betrifft, wurde ich vorher noch nie in einem Buch konfrontiert. Ändert aber nichts daran, dass er sich an manchen Stellen wie ein A… verhalten hat. Typisch Mann. (Bevor sich irgendwer beschwert: mein ich natürlich nicht 100% ernst. Bin aber grad sauer.)
Auch die Nebenpersonen haben mir weitestgehend gefallen. Viele gab es eigentlich gar nicht, aber die, die da waren, waren ok. Teilweise waren sie etwas seltsam, aber na gut, jeder so wie er mag.

Was ich sehr gut fand, war, dass die Geschichte immer wieder Wendungen nimmt, bei denen man denkt: „Ach, jetzt endet es so.“ Und bei der nächsten: „Wie, jetzt doch nicht?!“. So bleibt das Ende sehr lange offen, und man hofft immer wieder, dass es doch bitte bitte ein Happy End gibt. (Wie das am besten aussehen soll, kommt dann allerdings wieder auf den Leser und dessen Sympathien an.)

Das einzige wirkliche Problem, das ich mit diesem Buch hatte: Es nahm irgendwie kein Ende. Ich hatte das Gefühl, ich lese und lese und lese und dann habe ich es zugeschlagen und war nur ein winziges Stück weiter. Dabei ist es gar nicht so dick. Trotzdem habe ich verhältnismäßig lange gebraucht, diesen Roman zu beenden. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, ob es am Buch oder an mir lag. Auf jeden Fall war die Geschichte nicht der Grund, da sie mir echt gut gefallen hat. Echt mysteriös.

Fazit:
Ich finde, Maybe Someday ist ein wundervoller Roman über Liebe, Verzweiflung und Entscheidungen. Immer wieder stellen sich in der Geschichte auch moralische Fragen nach dem Richtig und Falsch, aber gleichzeitig fragt man sich, warum das denn jetzt alles so kompliziert und ungerecht ist. Insgesamt hat mir dieser Roman wirklich sehr gut gefallen, allerdings habe ich wie gesagt sehr lange dafür gebraucht, weiß aber echt nicht, warum. Ich schwanke gerade echt ziemlich ob ich einen halben Stern mehr oder weniger geben soll… Okay, machen wir es einfach so. Maybe Someday bekommt von mir:

(½) von 5

Maybe Someday:

432 Seiten, 12,95€ (Taschenbuch), 9,99€ (E-Book), erschienen im dtv Verlag

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s