3 Sterne · Rezensionen

GROßE ÄRSCHE IM KLASSENZIMMER – Benni-Mama

Große Ärsche im Klassenzimmer.JPGWer war das denn?“, frage ich.
Das war Axel. Sein Sohn ist auch bei Frau Horst. Netter Typ, aber total merkwürdig. […] Und du? Auch schon jemanden kennengelernt?“
Ja, Helikopter-Helga und ihren Mann, zwei Waldis mit einem Kind namens Momo und einer kompostierbaren Schultüte, HochbeGabi, die Mutter einer offenbar sehr leistungsbereiten Luisa und dann noch eine ziemlich scharfe Jenny im Minirock […].“
– Große Ärsche im Klassenzimmer: S. 44

Die Geschichte:

Da dachte Benni-Mama gerade, ihr Erstgeborener sei aus dem Gröbsten raus, da bemerkt sie, dass es in der Schule keinesfalls besser wird. Der Stress beginnt mit dem Besuch bei der Schulärztin, geht weiter mit der leidlichen Frage, welcher Schulranzen der richtige für den kleinen Sohn ist, und ist beim Pausenbrote schmieren (wahlweise kurz vor oder kurz nach Sonnenaufgang) noch längst nicht zu Ende. Das Schlimmste jedoch sind die Eltern der anderen Kinder. Nicht nur Heli-Helga, nein, auch HochbeGabi und Proll-Jenny machen einem das Leben schwer. Logisch, dass Benni-Mama nicht verschont bleibt und sich prompt beim ersten Elternabend versehentlich zur stellvertretenden Elternvorsitzenden wählen lässt.
Was tut man also, wenn man sich plötzlich als Pippi Langstrumpf verkleidet beim Hindernislauf wiederfindet und der sonst so gesprächige Sohn mit Eintritt in die Schule immer wortkarger wird und auf die Frage, wie es denn heute in der Schule gewesen sei, stets nur mit „gut“ antwortet? Am besten… so tun, als wäre das alles ganz normal und bloß nicht ausrasten, wenn der Hund beim Krippenspiel mitten auf die Bühne kotzt…

Meine Meinung:

Eigentlich ist „Große Ärsche im Klassenzimmer“ bereits das dritte Buch von Benni-Mama. Seine Vorgänger sind „Große Ärsche auf kleinen Stühlen“ und „Kleine Scheißer in großen Gärten“. Die beiden Bücher habe ich vorher zwar nicht gelesen, wusste aber von meiner Mutter, dass sie total lustig sind. Da man die drei Geschichten auch unzusammenhängend lesen kann, habe ich also dieses hier als Rezensionsexemplar beim Fischer-Verlag angefragt und zugesendet bekommen. Vielen Dank für die Bereitstellung!

Die Geschichte ist einfach mega witzig und Benni-Mama nimmt hier wirklich die Schuleinführung und das ganze Drumherum komplett auseinander. Dabei nimmt sie nicht nur die anderen Eltern sondern auch sich selbst gewaltig aufs Korn. Vor allem Leute, die selber Kinder in dem Alter haben, werden darüber herzhaft lachen können. Aber auch für mich, die durch ihre zwei kleinen Geschwister auch noch ein bisschen was in Richtung Grundschule usw. mitbekommt, war es sehr amüsant, das so zu lesen. Es gibt viele lustige Situationen – manche davon sieht man voraus, andere hingegen würde man definitiv nicht erwarten. Kurz gesagt: Wer (ein bisschen) lachen will, und vielleicht sogar selber öfter mal was mit dem Thema Kinder in der Grundschule zu tun hat, sollte das Buch unbedingt lesen.

Ich beginne mal beim größten Posten und recherchiere kurz im Internet, was denn so ein Schulranzen eigentlich kostet. Daraufhin muss ich zweimal trocken schlucken und greife schließlich zum Telefonhörer.
„Hallo Mutter, ich bin’s. Du, Ben braucht ja noch einen Schulranzen, und ich dachte: Wäre es nicht schön, wenn du ihm den schenkst?“

– S. 21/22

Die verschiedenen Personen sind einfach nur der Knaller.
Einmal ist da natürlich Benni-Mama, die versucht, alles so gut wie möglich zu meistern und es ihrem Sohn möglichst angenehm machen will. Nachdem sie durch ein Missverständnis nicht nur zur stellvertretenden Elternsprecherin gewählt wurde, sondern auch noch in einem grässlichen Kostüm an einem Hindernislauf teilnehmen muss, nimmt sie sich vor, sich ab und an ein wenig zurückzuhalten.Ob ihr das so ganz gelingen mag, ist allerdings die andere Frage… In jedem Fall ist sie eine sehr sympathische Person, die auch eine gewisse Eigenironie besitzt. Und ich glaube, dass sich so ziemlich jede Mutter mit ihr identifizieren können wird.
Aber auch die anderen Personen sind einfach nur genial.
Zuerst ist da natürlich die Klassenlehrerin Frau Horst, die auf Elternabenden mit einer goldenen Trillerpfeife für Ruhe sorgt. Einige Eltern drohen sogar mit dem Anwalt, falls ihr Kind in ihre Klasse kommt. Doch die Schüler scheinen sie gar nicht so schlimm zu finden…
HeliHelga ist eine richtige Helikopter Mutter, die immer genau wissen will, wie es ihrem Sohn Gustav geht und was er gerade macht. Das Handyverbot in der Schule ignoriert sie dafür nur zu gerne. Außerdem ist sie eine überengagierte Mutter, die die anderen Eltern dazu bringen möchte, sich ebenfalls mehr um ihre Kinder zu sorgen.
Die Waldis wollten ihr Kind eigentlich auf eine Waldorfschule schicken. Da dies nicht geklappt hat, versuchen sie nun, möglichst viele Elemente der Waldorfpädagogik in den Schulalltag einfließen zu lassen. Somit sind sie auch begeistert davon, dass die Kinder am Anfang noch keine Noten bekommen.
Ganz anders ist da HochbeGabi. Die hält von kleinen Aufklebern unter den Arbeiten der Kinder nämlich nichts und ist außerdem der Meinung, die anderen Schüler würden das Leistungsniveau senken, sodass ihre Tochter Luisa nicht vollends ihre Stärken präsentieren kann.
Zu guter Letzt ist da noch Proll-Jenny. Ihr Sohn ist der gefürchtete Killer-Johnny, der auf dem Schulhof mit Schokozigaretten dealt. Auf Elternabenden sitzt sie meist Kaugummi kauend in einem knappen Röckchen auf einem der kleinen Stühle und macht sich über die Sorgen der anderen Eltern lustig.
Die Zusammenstellung der Personen ist einfach grandios. Ich glaube, genau in so einer oder einer ähnlichen Konstellation kann man sie auf jedem Elternabend antreffen.

Die Autorin hat übrigens auch einen tollen Schreibstil, der sehr locker und leicht ist, wodurch sich das Buch schnell lesen lässt. Da die Geschichte mit ihren knapp 200 Seiten auch nicht sonderlich lang ist, kann man sie auch gut zwischen zwei Bücher dazwischen schieben.

Fazit:

Ein tolles Buch, das für einige Lacher sorgt. Definitiv nicht nur für Mütter, sondern auch für alle anderen, die ein lustiges und kurzweiliges Buch lesen wollen. Ich werde auf jeden Fall auch die beiden anderen Bände ins Auge fassen. Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, aber da es für mich eher ein „Zwischendurch-Buch“ war, bekommt es von mir wirklich SEHR SEHR GUTE

★ ★ ★ ★ von 5

Große Ärsche im Klassenzimmer:
218 Seiten (+ 22 Seiten Leseprobe), 9,99€ (Taschenbuch), 9,99€ (E-Book)

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2 Kommentare zu „GROßE ÄRSCHE IM KLASSENZIMMER – Benni-Mama

  1. das buch klingt ja total witzig! werde es immer sicher zulegen, in nächster zeit. habe schon bei deiner beschreibung der waldis und von hoch-be-gabi gelacht.
    ganz tolle beschreibung!
    lg
    susanne 🙂

    1. Vielen Dank! 🙂 Ich wollte eigentlich mit den Vorgängern anfangen, aber ich glaube, so schlimm ist eine verkehrte Reihenfolge nicht 😀

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