3 Sterne · Rezensionen

KLEINE SCHEIßER IN GROßEN GÄRTEN – Benni-Mama

Kleine ScheißerWährend die Möbelpacker damit beginnen, unsere Kisten auszuladen, stehen wir vier noch etwas ratlos im Wendekreis und blicken uns um – ich mit der bekotzten Hannah auf dem Arm, Ben mit Pupsi an der Leine, der gerade einen für einen Welpen seiner Größe beachtlichen Haufen setzt, und Benni-Papa, der sich das Kinn reibt und nacheinander die Häuser in unserer Nachbarschaft betrachtet.
– Kleine Scheißer in großen Gärten: S. 32

Die Geschichte:

„Ich will ein Haus! Mit Garten! Ohne Nachbarn über und unter uns! Und die Nachbarn rechts und links sollen bitte genauso durchschnittliche Eltern sein wie wir!“ (S. 18) – das sind die Worte, die Benni-Mama eines Abends zu ihrem Mann sagt. Und der ist von der Idee ganz angetan, denn er hat ein tolles Angebot für ein Häuschen in der Vorstadt bekommen, also genau das, was Benni-Mama sich gewünscht hat. Und so kommt es, dass die Familie ihr Hab und Gut zusammenpackt und sich zusammen mit ihrem neuen Familienmitglied Pupsi, einem kleinen Labrador Welpen, auf in ein neues Leben macht. Das Leben im Wendehammer.

Doch Benni-Mamas Wunsch, dass die neuen Nachbarn einfach ganz normale Leute sind, scheint nicht erhört worden zu sein. Denn ihr neues Umfeld ist alles andere als gewöhnlich. Da sind nicht nur die stinkreichen Königs, die sich fast täglich über Pupsi aufregen, nein, da sind auch noch Koi-Karsten und Koi-Kerstin, die für ihre Fische absolute Ruhe brauchen. Des weiteren tummeln sich die USA Fans schlechthin sowie Familie Liebmann, bei denen aller perfekt zu sein scheint, in der Straße. Und was in der Nachbarschaft anfängt, zieht sich auch bis in die Krabbelgruppe, die Benni-Mama zusammen mit Töchterchen Hannah besucht. Dort scheint ein ewiger Kampf zwischen den Ureinwohnern und den Zugezogenen zu herrschen.

Zudem scheint man in der Vorstadt ohne Auto (denn das braucht ja ihr Göttergatte um zur Arbeit zu gelangen) quasi total aufgeschmissen zu sein. Doch zum Glück gibt es ja Onlineshopping und den netten gutaussehenden Simon vom DHL, der im ganzen Wendehammer vor allem bei den Frauen beliebt ist.

Meine Meinung:

Da ich jetzt ja schon mit dem dritten Band die Reihe begonnen habe, dachte ich, kann ich sie auch komplett verkehrt herum weiterlesen. Das hier ist also das zweite Buch von Benni-Mama und auch diesmal habe ich wieder gut lachen müssen.

Alles beginnt damit, dass Benni-Mama endlich aus der Großstadt raus will. Das liegt unter anderem an den anderen Müttern, die sie nerven. Die Familie zieht also in die Vorstadt. Und da wird es dann erst richtig spannend… und außerdem ziemlich lustig. Benni-Mama nimmt auch in diesem Buch den Alltag (einer Mutter) auseinander und fischt aus allem, was täglich passiert, etwas lustiges. Die Handlung ist eigentlich gar nichts besonderes (na gut, das Ende ist etwas … unwahrscheinlich, aber egal :D), was diese Bücher aber einfach ausmacht, die davon leben, keinen „richtigen“ Handlungsstrang haben, sondern einfach den Alltag widerzuspiegeln – und der ist nun mal nicht so spektakulär, aber trotzdem manchmal zum schreien komisch.

Auch in diesem Buch gibt es wieder Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch perfekt ins Bild passen. Der Teil wird jetzt ein bisschen länger, aber die Personen sind das Wichtigste in dieser Geschichte.
Als erstes sind da natürlich Benni-Mama und Benni-Papa mit Ben und Hannah sowie dem Labrador Pupsi. Eine ganz normale Familie, die ihr Glück in der Vorstadt sucht. Vor allem Benni-Mama ist durch ihre Selbstironie sehr sympathisch. Für die größten Lacher sorgt meist Pupsi und Hannah, die beide scheinbar nur Unsinn im Kopf haben. Dass ihre neuen Nachbarn jedoch keine ganz normalen Leute sind, wie sie es sich gewünscht hätte, fällt auch Benni-Mama relaiv schnell auf.
Da wären zum Beispiel Blockhaus-Dany und Blockhaus-Samy mit ihrem Sohn Jack, die im Vorstadtviertel ihren ganz eigenen American Dream leben und daran auch ihre Nachbarn teilhaben lassen.
Hinter einer perfekt gestutzten Buchsbaumhecke befindet sich das Haus von Familie König. Frau König hat viel damit zu tun, die Kinder rechtzeitig beim Oboen- und Reitunterricht abzuliefern oder sie Vokabeln abzufragen. Hat sie aber doch mal ein paar Minuten übrig, nutzt sie diese meist dafür, sich über Pupsi aufzuregen, der gerne mal abhaut und sich in den (Vor-)Gärten der Nachbarn amüsiert.
Des weiteren leben im Wendehammer noch Koi-Karsten und Koi-Kerstin. Die beiden haben ein Faible für die japanische Lebensweise. Karsten hat sich voll und ganz seiner Koi-Zucht verschrieben und Kerstin ist dem Feng-Shui verfallen und versucht, diese Methode auch in der Nachbarschaft zu verbreiten.
Dann sind da noch die Liebmanns. In ihrem Schwedenhäuschen scheinen sie das perfekte Leben zu leben. Frau Liebmann hat die Angewohnheit, alles zu verniedlichen. So sind ihre beiden Zwillingstöchter (die übrigens wirklich gruselig sind) ihre „Kleinis“ und in ihrem Garten pflegt sie die „Blumis“. Doch plötzlich beginnt die Fassade dieser perfekten Familie zu bröckeln und es passiert etwas, das niemals jemand erwartet hätte.
Zu guter Letzt gibt es auch noch Bauer Hansen, dem das Land, auf dem die Häuser stehen einst gehörte und der sich nun über die neuen Nachbarn freut… vor allem, da diese ihm bestimmt bei der Suche nach einer Frau im Internet behilflich sein können.
Die Zusammenstellung der Personen ist einfach super gelungen. Denn dadurch, dass diese total unterschiedlichen Leute gar nicht zusammen passen, passt es wieder perfekt.
Ganz toll ist übrigens auch die Krabbelgruppe. Das würde ich an dieser Stelle zwar unglaublich gerne mit einem Zitat verdeutlichen, aber das würde den Rahmen sprengen.

So. Kommen wir mal zum Schreibstil. Der ist (wie zu erwarten) locker und leicht. Die Witze reihen sich zwar nicht aneinander, aber trotzdem ist das Buch unglaublich unterhaltsam und es entsteht immer wieder Situationskomik gepaart mit sarkastischen Bemerkungen von Benni-Mama. Dadurch dass es nicht sehr dick ist, ist es ein leichtes, es an einem Tag komplett zu lesen.

Fazit:

Für alle, die Bücher in diese Richtung mögen: Lest es! Auch wenn ihr keine Mutter seid (bin ich ja auch nicht :D) wird euch dieses Buch zum Lachen bringen. Es hat mir wirklich gut gefallen, allerdings fand ich es nicht ganz so gut wie den Nachfolger „Große Ärsche im Klassenzimmer“. Deswegen bekommt dieses Buch von mir

½ von 5

Kleine Scheißer in großen Gärten:

227 Seiten (+ 10 Seiten Lesprobe), 9,99€ (Taschenbuch), 9,99€ (E-Book), erschienen im Fischer-Verlag

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