Interview

Interview mit Sabine Schoder (Liebe ist was für Idioten. Wie mich.)

11014915_760922557348095_1419330743940046660_n
(c) Sabine Schoder

Hallo alle zusammen!

Heute habe ich mal keine Rezension oder so für euch. Nein, heute gibt es ein Interview und zwar mit Sabine Schoder (hier geht’s zur Homepage, hier zu Facebook), die Autorin von „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“, welches ich euch in meiner letzten Rezension vorgestellt habe. Wer die gelesen hat, weiß, dass ich von dem Buch echt begeistert war. Dann habe ich auch noch bei einem Gewinnspiel von Sabine Schoder eine signierte Zeichnung der beiden Protagonisten gewonnen und sie daraufhin dann gefragt, ob sie mir ein paar Interviewfragen beantworten würde. Und wie ihr bereits an der Überschrift sehen könnt, hat sie ja gesagt! Hier nun also das Interview mit der lieben Sabine!

Für die Leser, die dich vielleicht noch nicht kennen… Magst du dich mal kurz liebe-ist-was-fur-idioten3vorstellen?
Nun, ich habe einen Namen, der in den 80ern modern war, Haare, die nie so lang wachsen wollen, wie ich sie gerne hätte, bin wesentlich älter als ich mich fühle, musste in einer fremden Stadt Grafik Design studieren, um meinen Mann kennenzulernen, obwohl der eigentlich im Nachbardorf aufgewachsen ist, hab mir als Kind schon gerne Geschichten ausgedacht und darf sie als Erwachsene endlich alle aufschreiben.

In deinem Buch “Liebe ist was für Idioten. Wie mich.” geht es ja um Viki, die eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art erlebt. Was hat dich dazu inspiriert, eine Story zu schreiben, die nicht perfekt sondern eher voller Probleme ist?
Ich wollte eine Geschichte schreiben, an die ich selbst glauben kann. Eine Geschichte, die all die Schrecken und Wunder der Jugend in sich trägt, die Mut macht und über sich selbst lacht, die aufweckt und gleichzeitig träumt.

Wie lange hast du gebraucht für dein erstes Buch? Von der ersten Idee bis zur Abgabe an den Verlag, bzw. bis zur Veröffentlichung?
Ich habe das Buch neben meinem damaligen Vollzeitjob geschrieben. Da gab es oft Wochen oder Monate, in denen ich abends keine Zeit oder Energie mehr hatte. Die erste Rohfassung hat sechs Monate gedauert, die Überarbeitung ein ganzes Jahr. Weitere sechs Monate später habe ich den Mut aufgebracht, ein Exposé mit Leseprobe an Agenturen zu schicken. Innerhalb von zwei Monaten hatte ich dann eine wunderbare Agentin, zwei weitere Monate später den Verlagsvertrag, wieder zwei Monate danach ging‘s mit dem Lektorat los und fast genau ein Jahr nach dem Agenturvertrag kam das Buch heraus. Vom ersten Wort bis zum Verkauf waren es ungefähr drei Jahre.

Hättest du damit gerechnet, dass dein (erstes) Buch so einen Erfolg haben würde?
Meine Fantasie reicht wirklich weit! Zur Hollywoodpremiere meines Buches zum Beispiel, wo ich mir bereits den Kopf zerbreche, welches Kleid ich tragen soll und wie um Himmels willen ich die Highheels einen Abend lang überlebe. Ich kann mir ebenso vorstellen, mich von gefrorenen Wurzeln in einem Schneesturm zu ernähren oder als erster Mensch auf dem Mars zu landen. Aber daran glauben? So in echt? Nein, der Erfolg von »Liebe ist was für Idioten. Wie mich.« war und ist immer noch ein Traum, der unfassbarerweise wahr geworden ist.

Was hat deine Familie dazu gesagt, als du ihnen erzählt hast, dass du ein Buch veröffentlichen wirst?
Ich war sehr nervös, als ich meinem Mann offenbarte, dass ich das Manuskript gerne an Agenten schicken würde. Denn das machte aus meinem Geschreibsel plötzlich ernst, implizierte sogar, dass ich eventuell selbst daran glaube, etwas geschrieben zu haben, das anderen Leuten gefallen könnte. Ich war mir sicher, dass er taktvoll sein würde, aber ich hatte schreckliche Angst vor seinem Blick. Denn Blicke lügen nicht, Blicke können einem Dinge sagen wie: »Glaubst du ERNSTHAFT, dass du so gut schreibst? Dass jemand GELD dafür bezahlt?« Dieser Blick kam nicht. Sondern nur echte Unterstützung. Dafür liebe ich ihn noch mehr. Auch der Rest meiner Familie und Umwelt hat die Neuigkeit positiv aufgenommen.

Wenn ich ein Buch lese, wachsen mir die Charaktere oft so sehr ans Herz, dass ich sie nach dem Lesen total vermisse. Ist das beim Schreiben auch so? Immerhin begleitet man die Personen ja quasi von Anfang bis Ende.
Oh ja, ich male mir das weitere Leben meiner Protagonisten immer aus. In meinem Kopf sind es keine platten Figuren, sondern echte Menschen, die unabhängig von mir existieren, atmen, sich verändern, älter werden, lieben, trauern und irgendwann sterben.

Was bereitet dir während des Schreibens am meisten Spaß? Was ist am kompliziertesten?
Die Dialoge sind lustig, die passieren von allein und geraten manchmal so außer Kontrolle, dass die Charaktere mich selbst überraschen. Manchmal muss ich ihnen gut zureden, damit sie ihre Meinung ändern. Manchmal sind sie so schlagfertig, dass ich darüber lachen muss.
Ab der vierten oder fünften Korrekturrunde wird das Schreiben allerdings mühsam, dann möchte ich endlich fertig werden.

Du verlost öfter mal von dir selbst gezeichnete Karten, auf denen die Hauptpersonen deiner Geschichte abgebildet sind. Was war damals zuerst da? Hattest du zuerst eine Zeichnung und hast daraufhin die Person beschrieben oder hast du die Zeichnung nach dem geschriebenen Vorbild angefertigt?
Die Vorstellung in meinem Kopf ist als erstes da, in jedem Detail, so genau, dass ich sie niemals richtig zeichnen könnte. Die Zeichnungen auf den Karten habe ich erst angefertigt, als das Buch bereits im Lektorat war. Gezeichnet sind sie übrigens mit einem Grafik-Tablet im Photoshop.

Du hast vor Kurzem auf Facebook geschrieben, dass die Rohfassung deines dritten Manuskripts fertig ist und dein zweites Buch voraussichtlich im Herbst 2017 erscheint. Kannst du uns schon irgendwas über die Geschichte verraten?
Argh! Ich würde ja so gern, aber noch geht es nicht! Dabei PLATZE ich ja beinahe schon, weil ich so gerne darüber schreiben würde. Bald, bald …

Ist es einfacher oder komplizierter, das zweite/dritte Buch zu schreiben?
KOMPLIZIERTER. In Großbuchstaben. Das erste Buch habe ich für mich selbst geschrieben, es waren keine Erwartungen da und keine anderen Meinungen, die einen verunsichern. Darüber darf ich jetzt nicht zu viel nachdenken. Sobald ich tief genug in die Buchstabenwelt abtauche, verschwindet die Panik zum Glück, dann ist es nur noch lustig, spannend oder herzzerreißend. Im Endeffekt muss ich die Geschichte selbst lieben, ob andere es dann auch tun, werde ich immer erst später erfahren.

Wenn du mit einem deiner Buchcharaktere einen Tag verbringen könntest, wen würdest du wählen und warum?
Bei »Liebe ist was für Idioten. Wie mich.« würde ich gerne ein Konzert von Major Malfunction besuchen, in der Menge herum hüpfen, lauthals mitsingen und mich von Jays purer Energie auf der Bühne mitreißen lassen.

Woher nimmst du deine Inspiration?
Ich lese viel, beobachte andere Leute, erlebe so Manches selbst und klebe all diese Eindrücke mit einer ordentlichen Portion Fantasie zu einer neuen Realität zusammen.

Wie heißen deine Katzen?
Meine erste Katze heißt Jeremy, benannt nach einem Lieblingslied von Pearl Jam (deren Bandshirt Jay im ersten Kapitel trägt. Das Shirt, in dem Viki später aufwacht). Meine zweite Katze heißt Chechat, weil ich damals die Biografie von Che Guevara gelesen hatte, und sich der Name aus dem spanischen Che (Kumpel) und französischen Chat (Katze) zusammensetzt, allerdings englisch ausgesprochen wird (sonst wär‘s zu einfach). Meine dritte Katze heißt vorübergehend Affe, da ich dringend einen Schimpfnamen benötigte, um den kleinen Teufel von meinen Gardinen fernzuhalten. Ihr richtiger Name will mir seit zwölf Jahren nicht einfallen.

Was ist dein Lieblingsbuch und wer dein Lieblingsautor?
Da gibt es viele! Vor kurzen habe ich »Der Märchenerzähler« von Antonia Michaelis ein zweites Mal gelesen. Auch Isabel Abedis »Whisper« gehört zu meinen oft gelesenen All-Time-Favorites. Als ich »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« las, war »Liebe ist was für Idioten. Wie mich.« schon im Lektorat. Damals lag ich im Bett, wischte mir eine von vielen Tränen aus den Augenwinkeln und dachte mir: »Warum konnte ich nicht etwas so Berührendes schreiben?« (Später wurden mir zahlreiche Lesertränen auch bei meiner Geschichte bescheinigt. Wie sehr hab ich mich gefreut.) Auf Englisch wären da auf Anhieb noch »City of Bones«, »Demon‘s Lexicon«, »Pet Semetary« und »Let the right one in«. Außerdem liebe ich Kerstin Giers Humor. Ach, ich könnte die Liste noch ewig fortsetzen!

Wohin würdest du gerne mal reisen?
Meine Traumreisen habe ich bereits gemacht: Nach Nepal und Tibet, zwei unglaublich eindrucksvolle, schöne, erschreckende und lebendige Länder. Nach Südamerika würde ich auch mal gerne, die Ruinen der Inkas und Mayas locken mich.

Freust du dich auf Weihnachten? Wann kaufst du meistens die Geschenke? Schon lange vorher oder eher kurz vor Heiligabend?
Ich freue mich nie auf den Winter. Heimlich wünsche ich mir jedes Jahr, dass er einfach ausbleibt, direkt vom bunten Herbst in den blühenden Frühling springt. Was mich mein Leben kosten könnte, denn ich lebe quasi in einem Skigebiet. Da verstehen die keinen Spaß mit solchen Wünschen. Sobald ich dann aber den ersten Kälteschock überwunden habe, die Landschaft unter einer dicken Schicht Pulverschnee verschwindet und ich all dem herrlichen Weihnachtskitsch frönen darf, bin ich wieder glücklich. Ich freu mich auf Christbaumkugeln, Glühwein, Kerzenschein, Kekse backen und hinterhältige Schneeattacken auf meinen Mann. Nur das Geschenkeinpacken liegt mir nicht, da fehlt mir die Geduld. Meistens hab ich auch keine Zeit dafür, weil ich erst im letzten Moment entscheiden konnte, was es denn nun werden soll. Ja, ich freue mich auf Weihnachten.

 

Von mir gibt es nochmal ein ganz großes Dankeschön an Sabine für das Interview! Und wenn ihr ihr Buch noch nicht gelesen habt, solltet ihr das jetzt tun. 😀
Ansonsten wünsche ich euch noch eine schöne Woche!

Advertisements

17 Kommentare zu „Interview mit Sabine Schoder (Liebe ist was für Idioten. Wie mich.)

  1. Hallo, Isa!
    Ein tolles Interview. Die Autorin scheint sehr sympatisch zu sein. Es hat sicher Spaß gemacht, ihr die Fragen zu stellen und dann diese Antworten zu bekommen. 🙂
    LG, m
    Hey, du hast heute Geburtstag, nicht wahr? Alles, alles Gute! ❤

  2. Ein tolles Interview und Sabine Schoder klingt wirklich sympathisch, vor allem bei der Aufzählung der Lieblingsautoren dachte ich mir: Ja, die mag ich auch/ihr Buch fand ich auch toll! 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s