Rezensionen

EINE WOCHE VOLLER MONTAGE – Jessica Brody

eine-woche-voller-montageOkay, denken wir eine Minute lang darüber nach.
Was, wenn ich tatsächlich denselben Tag noch einmal erlebe – selbst wenn es nur ein Traum, die Folge abgelaufener rezeptfreier Schmerzmittel oder was auch immer ist. Sollte ich dann nicht wenigstens das Beste daraus machen? Sollte ich mein Wissen von gestern nicht nutzen, um den heutigen Tag zu optimieren? Das wäre die clevere, opportunistische Herangehensweise, oder?
– Eine Woche voller Montage: S. 130

Die Geschichte:

Es gibt fast niemanden, der ihn nicht hasst. Der ihn nicht am liebsten aus dem Kalender streichen würde. Den Montag. Auch Ellie ist kein großer Fan des ersten Wochentages, denn immerhin muss sie dann nach dem wohlverdienten Wochenende wieder in die Schule, und darauf hat sie nun wirklich wenig Lust. Doch dieser Montag stellt alle anderen in den Schatten. Zuerst macht sie sich vor der ganzen Schule lächerlich, dann verpatzt sie die Softball Tryouts und zu allem Übel macht auch noch ihr Freund Tristan mit ihr Schluss.

Ellie wünscht sich nichts mehr als eine zweite Chance zu bekommen, um ihre große Liebe zurückzugewinnen. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist sie zunächst einmal verwundert, wieso sich bestimmte Ereignisse des Vortages wiederholen. Doch plötzlich bemerkt Ellie, dass sie eigentlich am selben Tag wieder aufgewacht ist, und dass ihre Wünsche erhört wurden. Nun will sie alles daran setzen, den perfekten Montag zu kreieren. Doch das ist gar nicht so einfach wie es sich anhört…

Meine Meinung:

Ich habe das Buch zum Geburtstag bekommen und wollte eigentlich nur mal rein lesen, weil mich die Story schon damals im Buchladen angesprochen hat. Naja und plötzlich war ich dann auf Seite 100 oder so. Leider habe ich insgesamt länger für das Buch gebraucht, als man nach dem guten Start nun denken würde, aber das lag einzig und allein daran, dass ich etwas mehr mit der Uni und einigen anderen Dingen zu tun hatte (Weihnachten naht!) und somit einfach die Zeit nicht da war. Es hat also wirklich nicht am Buch gelegen. Ich habe mir auch dauernd vorgenommen, es an dem Tag wirklich wirklich (ja, WIRKLICH) zu Ende zu lesen und dann… Bin ich entweder doch nicht dazu gekommen oder eingeschlafen. Tja, das Studentenleben ist hart. Dazu werde ich demnächst wahrscheinlich auch mal einen Beitrag schreiben.

So, kommen wir aber mal zum Buch. Also die Story war (zumindest für mich) echt mal was neues. Ich kenne zumindest kein Buch, das sich mit diesem vergleichen lässt. Ellie wacht morgens auf und merkt natürlich erst mal gar nicht, dass der vorherige Tag sich quasi wiederholt. Ich meine, das würde mir wahrscheinlich auch erst mal nicht auffallen. Umso verwirrter ist sie, als in der Schule plötzlich alles läuft wie am Vortag. Ich hatte erst Angst, dass es spätestens ab dem dritten Montag irgendwie langweilig wird, weil ja theoretisch immer das selbe passiert, aber ich muss sagen, dass das definitiv nicht der Fall ist. Genau genommen geht es ab Tag drei sogar erst richtig los, denn nun setzt Ellie alle Hebel in Bewegung, damit Tristan eben nicht mit ihr Schluss macht. Ich für meinen Teil hatte zwar relativ früh bereits eine leise Ahnung, in welche Richtung das Ganze gehen würde, aber so wirklich sicher war ich mir dann doch bis zum Ende nicht.

Kommen wir mal zu den Personen.
Ellie ist meiner Meinung nach eine ziemlich angenehme Protagonistin, sie nervt nicht so wie manch andere „ihrer Art“. Man merkt allerdings schnell, wie sehr sie unter dem Einfluss von ihrem Freund Tristan steht und wie sehr sie sich von ihm abhängig macht. Das mag auf den ersten Blick nervig klingen, ist aber ein wichtiger Teil der Geschichte, weil Ellie sich auf diese Situation bezogen immer wieder verändert. Das fand ich auch irgendwie ziemlich inspirierend.
Ellies Freund Tristan, Sänger einer Band und Schwarm der ganzen Schule (…wieso lese ich derzeit nur Bücher, in denen der Freund der Prota ein Sänger ist?!) mochte ich nicht so wirklich. Er war mir unsympathisch und meiner Meinung nach hat Ellie etwas besseres verdient. Dass er nicht so sympathisch ist, passt aber auch irgendwie, weil er halt in gewissem Sinne den Antagonisten in der Geschichte darstellt.
Viel lieber mochte ich hingegen Owen, Ellies besten Freund. Er war mir (zumindest die meiste Zeit) durch und durch sympathisch.

Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er ist locker und leicht, die Story lässt sich schnell und flüssig lesen. Außerdem sind auch einige sehr schöne Zitate dabei, die ich mir markiert habe.

Im Leben gibt es keine weiteren Versuche. Man macht Fehler, man lebt damit, man macht weiter. Das alles weiß ich. Wirklich.
Und trotzdem merke ich, wie ich beim Einschlafen – durch den Schleier von Tränen und Kummer, unter dem schweren Druck der Reue, die auf meiner Brust lastet – wieder und wieder das Gleiche denke.
Bitte lass es mich noch einmal versuchen.
Bitte gib mir eine zweite Chance.
Ich schwöre, ich kriege das hin.

Fazit

Dieses Buch würde ich tatsächlich allen empfehlen, die etwas lesen wollen, was ein bisschen locker und leicht ist, was aber gleichzeitig auch stellenweise sehr zum nachdenken anregt. Es ist meiner Meinung nach nicht nur ein Jugendbuch, sondern könnte auch sehr gut von Erwachsenen gelesen werden – so schätze ich es zumindest ein. Ich kann auf jeden Fall eine klare Empfehlung aussprechen! Weil der Ansatz irgendwie so anders war, ich die Personen ganz gerne mochte, das Ganze aber leider ein bisschen vorhersehbar war, bekommt „Eine Woche voller Montage“ von mir

von 5

Eine Woche voller Montage:
448 Seiten, 17,95€ (Hardcover), erschienen im Magellan Verlag

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13 Kommentare zu „EINE WOCHE VOLLER MONTAGE – Jessica Brody

  1. Eine tolle Rezension!
    Ich bin jetzt schon mehrfach über dieses Buch gestolpert und finde das Cover so schön.
    Leider reizt mich aber der Inhalt einfach nicht wobei deine Rezension mich schon ein klein wenig neugieriger werden lässt.
    Vielleicht sollte ich dem Buch doch mal eine Chance geben …
    liebe Grüße
    Ela

    1. Vielen Dank! 🙂
      Ich kann es wirklich empfehlen. Wie gesagt dachte ich auch erst, es würde vielleicht langweilig werden, aber es lässt sich wirklich flüssig lesen und enthält Wendungen an den richtigen Stellen, sodass es spannend bleibt. 🙂

  2. Liebe Isa,

    Eine sehr tolle Rezension. Hätte ich das Buch nicht schon gelesen und wäre genauso begeistert gewesen wie du, dann wäre ich spätestens jetzt total neugierig drauf.

    Ich fand die Geschichte total süß, richtiges Wohlfühlbuch 🙂

    Liebe Grüße Ina

  3. Schöne Rezension! Das Buch steht schon auf meiner Wunschliste und es beruhigt mich, dass es nicht langweilig wird. Ich habe schon mal ein Buch mit dem Konzept gelesen und da waren mir die Tage leider einfach zu ähnlich als dass es spannend geblieben wäre. Schön, dass das hier anders ist! 🙂

  4. „Und täglich grüßt das Murmeltier“ war auch gleich meine erste Assoziation. Den Film habe ich allerdings nie bis zum Ende gesehen, muss ich gestehen. Wahrscheinlich hätte ich die gleichen Bedenken wie du: dass das Ganze schnell langweilig wird.

    1. Ich habe den Film auch nicht gesehen 😂 Ich dachte auch erst, es wird vielleicht langweilig, aber naja, dem war halt gar nicht so – Glück gehabt 😀

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