Rezensionen

[Rezension] Dein Leuchten – Jay Asher

davNicht dass ich vorhätte, jemanden hier zu daten, ob er nun für uns arbeitet oder nicht. Warum mein Herz an etwas hängen, das am Weihnachtsmorgen sowieso vom Schicksal auseinandergerissen wird?
-S. 33

 die-geschichte
Bei Sierra ist Weihnachten etwas ganz Besonderes. Ihre Eltern besitzen eine Weihnachtsbaumfarm in Kalifornien, und somit verbringt Sierra dort jedes Jahr ihren Winter. Einerseits freut sie sich Jahr für Jahr auf ihre „Winterfreundin“ Heather, andererseits vermisst sie natürlich ihre Freunde zu Hause und würde auch mit ihnen gerne mal ein Weihnachtsfest verbringen. Doch dieses Jahr wird in Kalifornien alles anders als in den Jahren zuvor. Denn Sierra lernt Caleb kennen. Auf Anhieb findet sie den Jungen mit den süßen Grübchen, der Weihnachtsbäume verschenkt, sympathisch und will ihn näher kennenlernen. Doch nicht nur ihr Vater ist wenig begeistert, dass sie sich in der kurzen Zeit, die die Familie auf der Farm verbringt, scheinbar in einen Jungen verguckt. Nein, auch ihre Freundin Heather ist ganz und gar nicht begeistert. Denn es gibt einige Gerüchte darüber, dass Caleb etwas Schreckliches getan haben soll. Aber was ist die Wahrheit? Sierra will Caleb unbedingt besser kennenlernen, auch wenn sie weiß, dass sie ihn am Weihnachtsmorgen verlassen muss. Doch auch, wenn es ihr das Herz brechen wird, setzt sie alles auf eine Karte.

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meine-meinungBereits bevor ich dieses Buch vom Bloggerportal bekommen habe (vielen Dank noch einmal dafür!), habe ich einige unterschiedliche Meinungen dazu gehört. Die meisten gingen eher in die Richtung „ich hatte mehr erwartet“. Dem kann ich so nicht zustimmen. Allerdings bin ich auch etwas skeptisch an das Buch herangegangen, da ich bereits vor Jahren Jay Ashers „Tote Mädchen lügen nicht“ gelesen habe, was ich nicht sonderlich gut fand, obwohl es ja total gehypt wurde. „Dein Leuchten“ hingegen hat mir wirklich gut gefallen. Aber mehr dazu erzähle ich euch jetzt.

Über die Story
Zuerst einmal finde ich die Idee mit dem Weihnachtsbaumverkauf total cool! Wir begleiten Sierra von zu Hause bis nach Kalifornien, wo sie jedes Jahr mit ihren Eltern Thanksgiving und die Weihnachtszeit verbringt. Die ganze Weihnachtsbaumsache wird auch dadurch, dass Caleb Weihnachtsbäume kauft und verschenkt, immer wieder aufgenommen.
Trotz allem geht es in großen Teilen um die aufkeimende Verliebtheit zwischen Sierra und Caleb. Und das ist ebenfalls ein Punkt, der mir gefallen hat. Endlich mal kein Buch, wo beide sich am Anfang nur ankeifen und dann von jetzt auf gleich übereinander herfallen.
Die Sache mit Calebs „Geheimnis“ hatte ich mir irgendwie ein bisschen krasser vorgestellt. Aber letztendlich fand ich die Auflösung dessen ganz gut so, wie sie war. Nur wurde mir da dann doch ein bisschen zu viel Aufregung drum gemacht.
Dennoch geht es nicht nur um die Sache zwischen Sierra und Caleb, sondern auch um Freundschaft, um Familie, (weihnachtliche) Traditionen und vor allem auch darum, Freude mit anderen Menschen zu teilen und Nächstenliebe zu zeigen. Eine Kombination, die mein Herz ein bisschen zum Schmelzen gebracht hat.
Insgesamt fand ich die Story mal sehr abwechslungsreich zu anderen. Sie ist auch nicht zuuuu weihnachtlich, sodass es für mich kein Problem war, sie erst im Februar zu lesen.

Der Schreibstil
Gegen Jay Ashers Schreibstil kann ich definitiv nichts sagen. Er schreibt relativ einfach,sdr alles ist gut verständlich und lässt sich flüssig lesen. Er verstrickt sich nicht in ellenlange Sätze, umschreibt aber trotzdem so, dass alles Wichtige deutlich wird.
Die Geschichte ist aus Sierras Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben, was der Autor meiner Meinung nach sehr gut hinbekommen hat. Ich habe da bei männlichen Autoren, die aus der Sicht eines Mädchens schreiben, nicht immer gute Erfahrungen gemacht, aber hier war da nichts auszusetzen.

Die Personen
Als erstes haben wir hier natürlich Sierra und ich muss sagen, ich mochte die Protagonistin dieses Romans sehr gerne. Sie ist nicht so melodramatisch oder naiv wie manch andere Hauptperson. Eher im Gegenteil – sie versucht immerhin, rational zu denken und überstürzt nichts. Zudem verliert sie nicht alles andere aus den Augen, was für sie wichtig ist. Alles in allem war sie mir sehr sympathisch und einige andere Protagonistinnen könnten sich eine Scheibe von ihr abschneiden.
Ebenso mochte ich Caleb. Er ist aufrichtig und auch wenn er erst nicht darüber reden möchte, steht er letztendlich zu seinem Geheimnis. Zudem ist er natürlich auch dadurch, dass er Weihnachtsbäume verschenkt, ein absoluter Sympathieträger. Ebenso mochte ich es, wie er mit Sierra umgeht. Er ist kein Arsch, der sie die ganze Zeit foppt, wie wir es oft in Büchern erleben. Das fand ich sehr angenehm.
Auch die anderen Personen mochte ich gerne. So zum Beispiel Heather, die Freundin von Sierra. Bei ihr hat mich allerdings gestört, wie sie von Zeit zu Zeit mit ihrem Freund umgeht. Dann sind da natürlich noch Sierras Eltern, bei denen ich mir nicht immer ganz sicher war, was ich von ihnen halten soll. So ging es mir vor allem bei Sierras Vater. Einerseits fand ich es total lustig, dass er den Jungs, die auf der Farm arbeiten, immer damit droht, dass die die Toiletten putzen müssen, wenn sie Sierra angraben. Andererseits finde ich das aber auch ein bisschen übertrieben. Klar, er will nur seine Tochter beschützen, aber ab einem gewissen Alter kann diese auch auf sich selber aufpassen. Sierras Mutter steht in der Geschichte ein bisschen mehr im Hintergrund, was ich etwas schade finde. Ich hätte mehr gerne von ihr gelesen, da sie mir sehr sympathisch erschien und viel Verständnis für ihre Tochter zeigt.
Ich muss sagen, dass die Personen mir hier fast alle sehr zugesagt haben. Sie sind sehr greifbar und ich mochte die verschiedenen Charaktere.

Sonstiges
Obwohl mir die Geschichte und auch die Personen gut gefallen haben, habe ich doch etwas auszusetzen. Einerseits hätte das Buch ein paar Seiten mehr vertragen können, aber das ist nicht mal der größte Punkt. Was mich am meisten stört, ist der Preis. Ich finde knapp 15€ für eine Klappbroschur mit gerade mal etwas über 300 Seiten einen happigen Preis und wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass ich das Geld dafür ausgegeben hätte, wenn ich das Buch nicht zur Verfügung gestellt bekommen hätte. Dann hätte ich allerdings auch diese tolle Geschichte verpasst.

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Fazit:
Insgesamt hat mir „Dein Leuchten“ von Jay Asher gut gefallen. Ich mochte die Charaktere sehr gerne, da sie sehr greifbar und sympathisch sind und die Geschichte ist vor allem durch die Sache mit dem Weihnachtsbaumverkauf mal etwas Anderes. Ein bisschen hätte man an der Geschichte allerdings noch schrauben können und auch der Preis entspricht nicht so ganz dem, was ich mir für ein Buch dieses Formats vorstellen würde. Darum bekommt „Dein Leuchten“ von mir

★★★★ von 5

Titel: Dein Leuchten
Originaltitel: What Light
Autor/in: Jay Asher
Übersetzer/in: Karen Gerwig
Verlag: cbt (Link zum Buch)
Seiten: 320
Preis: 14,99€ (Broschur), 9,99€ (E-Book)

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8 Kommentare zu „[Rezension] Dein Leuchten – Jay Asher

  1. Oh, das klingt gar nicht so schlecht. Würde gern einmal wieder etwas von Jay Asher lesen und das würde ja jetzt auch bald wieder in die Zeit passen mit dem Christbaumverkauf 🙂
    Liebe Grüße, Katharina

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