3 Sterne · Rezensionen

[Rezension] Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden – Emily Barr

Jeder Tag4Ich schaue in meine Hand. Flora steht dort, und das bin ich. Diese Zeichen auf meiner Hand stehen für meinen Namen. Daran klammere ich mich. Ich bin Flora. Unter diesem Wort steht: Sei mutig! Ich schließe die Augen, hole tief Luft und reiße ich zusammen.
-S. 17

die-geschichteStell dir vor, du wachst auf und kannst dich an nichts aus den letzten sieben Jahren deines Lebens erinnern. Stell dir vor, du denkst, du wärst noch immer noch zehn Jahre alt und hast erst mal keine Ahnung, dass du schon fast erwachsen bist. Stell dir vor, du siehst auf deinen Händen die unterschiedlichsten Dinge stehen, denn deine Hände sind die einzigen, die dir mitteilen, was in den Stunden, Tagen und vielleicht sogar Wochen, passiert ist. Und nun stell dir vor, das Ganze passiert dir alle paar Stunden. Genau so geht es Flora. Seit sie zehn Jahre alt ist, hat sie eine spezielle Form von Amnesie, die sie alle paar Stunden alles wieder vergessen lässt, was seit ihrem zehnten Lebensjahr passiert ist.
Doch ein Abend im Sommer ändert alles. Flora küsst am Strand einen Jungen… und kann sich am nächsten Morgen noch daran erinnern. Sie will nicht, dass dies die einzige Erinnerung ihrer Jugend bleibt und so macht sie sich auf die Suche nach diesem Jungen. Ganz allein versucht sie, ihn zu finden. Alles, was ihr dabei hilft, sind ihr Handy, ein Notizbuch mit einem Stift und ihre beschriebenen Hände und Arme – all diese Dinge ersetzen ihr Gedächtnis. Doch kann sie es wirklich schaffen, ganz allein den Jungen zu finden, der ihre einzige Erinnerung seit ihrem zehnten Geburtstag ist?

Jeder Tag2Jeder Tag

meine-meinungFloras Geschichte klang für mich von Anfang an nach etwas, was wirklich toll werden kann. Darum habe ich dieses Buch auch beim Fischer Verlag angefragt. Die Grundidee hat mich wirklich begeistert. Das Buch selber konnte mich leider nicht zu 100% von sich überzeugen. Warum genau, könnt ihr jetzt lesen.

Über die Story
Diese Geschichte ist weitaus mehr, als man auf den ersten Blick denken mag. Es geht nicht nur darum, dass Flora den Jungen finden will, den sie am Strand geküsst hat. Nein, viel mehr findet sie im Verlauf des Buches irgendwie auch zu sich selber. Mehr zu ihrer Person kommt aber später. Ich hätte definitiv eine ganz andere Story erwartet und war beim Lesen wirklich überrascht. Die Geschichte nimmt einige unerwartete Wendungen, so dass es nicht langweilig wird.

Der Schreibstil
Den Schreibstil fand ich ehrlich gesagt etwas lahm. Durch ihn zieht sich alles irgendwie. Das hat mich leider im Lesefluss ziemlich unterbrochen. Ich konnte jetzt nichts wirklich besonders Gutes oder besonders Schlechtes an dem Schreibstil ausmachen, er war einfach ganz normal, was mich aber leider ein bisschen gelangweilt hat. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Autorin versucht hat, einen leicht poetischen Schreibstil zu nutzen, was aber nicht so gut funktioniert hat. Schade.

Die Personen
So viele Personen gibt es hier gar nicht, das Hauptaugenmerk liegt definitiv auf Flora. Genau genommen wacht Flora ja immer mit der Annahme auf, sie sei erst zehn Jahre alt, aber im Verlauf des Buches merkt man trotzdem sehr, wie sie immer erwachsener und selbstständiger wird. Ich fand diese Entwicklung sehr schön zu sehen, vor allem, da Flora sie selbst ausgelöst hat und andere Personen nicht daran beteiligt waren.
Wie gesagt sind die anderen Personen alle eher Nebenfiguren. So wirklich leiden konnte ich nur die wenigsten, was ein bisschen schade war, aber zur Geschichte passte. Immerhin ist Flora auf sich allein gestellt, weswegen es vermutlich ganz gut ist, als Leser keine allzu große Beziehung zu den anderen Figuren aufzubauen.

Sonstiges
Ab und zu hatte ich das Gefühl, dass ein paar ganz kleine Logikfehler aufgetaucht sind. Da waren dann Dinge, die Flora wohl noch wusste, obwohl sie das eigentlich nicht wissen konnte, ohne in ihren Notizen nachzusehen. Es kann aber auch sein, dass ich das irgendwie falsch verstanden habe oder so.

Jeder Tag3

Fazit:

Alles in allem fand ich das Buch ganz in Ordnung, aber es konnte mich leider nicht umhauen. Es kann aber auch sein, dass es daran lag, dass ich einfach generell eine kleine Leseflaute hatte und zu dem Zeitpunkt nicht ganz so motiviert war, etwas „schwerere Kost“ zu lesen, als die ich das Buch schon irgendwo bezeichnen würde. Wen das Thema aber interessiert, der sollte sich „Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden“ aber auf jeden Fall mal genauer anschauen. Von mir bekommt dieses Buch auf jeden Fall

★★★ von 5

Titel: Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden
Originaltitel: The One Memory of Flora Banks
Autor/in: Emily Barr
Übersetzer/in: Maria Poets
Verlag: Fischer FJB (Link zum Buch)
Seiten: 384
Preis: 16,99€ (Taschenbuch), 14,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-8414-4007-5

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3 Kommentare zu „[Rezension] Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden – Emily Barr

  1. Huhu,

    eigentlich klingt das Buch ja echt interessant. Aber ich mag es gar nicht, wenn der Schreibstil eher lahm ist und die Story sich dann so endlos zieht.

    Liebste Grüße
    Sonja

  2. Hey 🙂

    Von der Geschichte her klingt das Buch echt toll und vor allem interessant, nach deiner Einschätzung und Bewertung bin ich mir da jetzt allerdings doch nicht mehr so sicher^^
    Schade eigentlich..wenn es richtig ausgearbeitet wäre, wäre es sicherlich sehr gut geworden. 🙂

    Liebste Grüße,
    Maja

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