3 Sterne · Rezensionen

[Rezension] Lieber Daddy Long Legs – Jean Webster

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Haben Sie schon jemals von einer so entnervenden Reihe von Ereignissen gehört? Es sind gar nicht die großen Probleme des Lebens, die den Charakter fordern. Einer echten Krise oder einer niederschmetternden Tragödie kann jeder Mensch mutig entgegentreten, doch die unbedeutenden Ärgernisse des Tages mit einem Lachen abzutun – ich glaube, das erfordert wirklich innere Stärke.
– S. 70

Judy kann es kaum glauben: Nach fast 18 Jahren im Waisenhaus bekommt sie durch einen anonymen Treuhänder die Chance zu studieren. Zwar ist der großzügige Mann anonym, doch trotzdem möchte er jeden Monat einen Brief von Judy bekommen, in dem sie ihm erzählt, wie ihr Studium läuft. Sie kann sich keine bessere Wendung in ihrem Leben vorstellen, was sich auch in ihren Briefen bemerkbar macht. Doch sie schreibt in ihren Briefen nicht nur über ihr Studium, sondern auch über ihre Freunde und einen gewissen jungen Mann, mit dem sie sich immer öfter trifft. So schreibt sie darüber, wie sie lebt, liebt und erwachsen wird.DaddyLongLegs3

meine-meinungMein erstes Buch aus dem Königskinder Verlag! Ich war sehr gespannt, was mich erwarten wird. Vor allem, weil das Buch bereits 1912 erschienen ist und es sich hier um eine Neuauflage handelt. Vielen Dank noch einmal an den Verlag, der mir dieses Exemplar zur Verfügung gestellt hat!

Über die Story
Am Anfang ist die Geschichte von Judy noch in normaler Buchform geschrieben, allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie an die Uni kommt. Zunächst ist alles noch etwas detailreicher, sie lebt im Waisenhaus und es wird genau erzählt, wie sie die Nachricht erhält, dass sie studieren wird. Auch die ersten Briefe sind noch voller Infos, da sie recht schnell aufeinander folgen. Doch nach und nach haben wir hier tatsächlich nur noch einen Brief pro Monat, weswegen man irgendwann nur noch Bruchstücke aus Judys Leben mitbekommt. Ich fand das aber völlig in Ordnung, da ich ja nun mal auf einen Briefroman eingestellt war.
Judys Geschichte ist süß und schön zu lesen. Allerdings fand ich sie ab einem bestimmten Punkt sehr vorhersehbar, das war ein bisschen schade. Alles in allem hatte ich aber viel Spaß damit.

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Der Schreibstil
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, Judy schreibt zwar förmlich, dabei aber auch sehr jugendlich. An einigen Stellen wird sie dennoch sehr tiefgründig, davon hätte ich mir allerdings ein wenig mehr gewünscht.
Da es sich hier ja um Briefe handelt, wechselt die Zeit schon einmal zwischen Vergangenheit und Präsens hin und her, sie sind aber durchgehend aus Judys Sicht geschrieben.

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Die Personen
Judy ist meiner Meinung nach ein ganz wundervolles Mädchen, das einfach versucht, das Leben zu genießen und dankbar für das zu sein, was sie hat. Sie ist fast durchweg positiv und ihre Briefe sprühen vor lauter Lebensfreude. Ich mochte sie sehr gerne, denn sie ist eine starke Protagonistin, die damit zu tun hat, erwachsen zu werden.

Sonstiges
Das Buch ist mit einigen total süßen Zeichnungen von Judy versehen. Manchmal zeichnet sie Personen, manchmal etwas, was einfach zur besseren Ansicht dient. Das fand ich ein ganz süßes Extra.

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Fazit:

Das Buch hat mir ganz gut gefallen, aber es ist jetzt nicht die spannendste und mitreißendste Geschichte. Wer eine schöne Geschichte über das Erwachsenwerden sucht, der sollte hier auf jeden Fall mal vorbeischauen! Allerdings finde ich 19€ nicht gerechtfertigt für so ein kleines dünnes Buch. Von mir bekommt „Lieber Daddy Long Legs“

★★★ von 5

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Titel: Lieber Daddy Long Legs
Originaltitel: Dear Daddy Long Legs
Autor/in: Jean Webster
Übersetzer/in: Ingo Herzke
Verlag: Königskinder Verlag (Link zum Buch)
Seiten: 256
Preis: 18,99€ (Broschiert), 13,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-551-56044-5

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2 Kommentare zu „[Rezension] Lieber Daddy Long Legs – Jean Webster

  1. Wie schön, dass Du dieses Schätzchen gehoben hast, Isa. Ich finde es eine rührende und – bedenkt man, dass es 1912 spielt – sehr moderne Geschichte. Es gibt übrigens eine Art Fortsetzung, die ich noch besser finde: „Lieber Feind“ heisst sie und handelt davon, was Judys Freundin Sally nach dem Collegeabschluss so widerfährt. Zum Schreien komisch und durchaus emanzipatorisch.
    P.S. Den Daddy Longlegs gibt es als preiswertes Reklamheft auf Englisch mit Vokabelanmerkungen.

    1. Danke für deinen Kommentar. :) An sich fand ich das Buch in Ordnung, aber so sehr begeistert hat es mich leider nicht. Ob ich die Fortsetzung lesen werde, weiß ich noch nicht.
      Preiswerter gibt es das, ja, allerdings geht es hier ja um dieses spezielle Exemplar, das bewertet werden sollte. Und da finde ich den Preis nun mal zu hoch. :)

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