5 Sterne · Rezensionen

[Rezension] Nur noch ein einziges Mal – Colleen Hoover

Auch wenn ich in der Story eigentlich nicht zu weit vorweggreifen will, möchte ich darauf hinweisen, dass in diesem Buch häusliche Gewalt eine Rolle spielt. Wer sehr sensibel auf dieses Thema reagiert und/oder dadurch getriggert werden könnte, den bitte ich, das Buch nicht (oder vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt) zur Hand zu nehmen. (Mehr Infos findet ihr – als Spoiler gekennzeichnet – im Text.)

NNEM4„Weißt du, was du tun musst, wenn du frustriert bist? Einfach schwimmen. Einfach schwimmen. Schwimmen. Schwimmen.“
– S. 158

die-geschichteNach der Beerdigung ihres Vaters will Lily den Kopf freibekommen und steigt auf eine Dachterrasse in der Nähe ihrer Wohnung in Boston. Unerwartet trifft die dort auf Ryle – ein unglaublich attraktiver Neurochirurg. Schnell kommen sie sich näher und Lily verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Doch dann trifft sie Atlas wieder, ihre Jugendliebe. Ihre Beziehung vor neun Jahren endete auf tragische Weise und sie hat den Jungen, den sie damals so geliebt hat, nie vergessen. Aber jetzt ist Lily mit Ryle zusammen und glücklich. Doch mit der Zeit zeigt Ryle eine Seite von sich, mit der Lily niemals gerechnet hätte.

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meine-meinungDa ich mich in den letzten Monaten immer mehr zum Colleen Hoover Fan entwickelt habe, musste ich natürlich auch dieses Buch hier haben – erst recht, da es an meinem Geburtstag erschienen ist. Darum möchte ich mich auch noch einmal beim dtv-Verlag bedanken, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat!

Über die Story
Wenn ich die Geschichte in einem Satz beschreiben sollte, würde ich sagen: „Drama, Baby, Drama!“. Ja, das Buch ist tatsächlich voller Drama – also genau so, wie wir es von Colleen Hoover gewohnt sind.
Das Buch ist in zwei Teile geteilt. Im ersten Teil geht es nicht nur um die Gegenwart, sondern in großen Teilen auch um Lilys Vergangenheit. In ihrer Jugend hat sie Tagebuch geführt und diese Tagebucheinträge liest sie immer wieder über den ersten Teil verteilt. Hauptsächlich geht es darin um Atlas. So lernt der Leser hier die Geschichte der beiden kennen. Der zweite Teil dreht sich dann hauptsächlich um die Beziehung von Lily und Ryle.
Die Geschichte ist wirklich unglaublich fesselnd und hat mich echt mitgerissen. Sie ist aber auch traurig, tragisch und bringt einen zur Verzweiflung. Ein ganz typisches CoHo Buch also, bei dem die Emotionen auf und ab gehen und man nicht weiß, wohin mit ihnen. Hier kommt allerdings noch dazu, dass sie in gewisser Weise von etwas erzählt, das in ihrem eigenen Leben eine große Rolle gespielt hat. Darauf geht sie auch im Nachwort noch einmal ausführlich ein. Vor allem das Nachwort hat mich sehr berührt.NNEM2

Ich möchte jetzt noch etwas genauer auf die Story und auf das, was ich vor meinem Beitrag bereits erwähnt habe, eingehen. Wer also nicht gespoilert werden möchte, der liest bitte ab dem Teil über den Schreibstil weiter.
Am Anfang des Buches habe ich nicht damit gerechnet, dass es sich in die Richtung des Themas häusliche Gewalt bewegen würde. Doch das Ganze begann dann schon damit, dass Lily in ihren Tagebucheinträgen darüber schreibt, wie ihr Vater ihre Mutter schlägt und verprügelt. Für Lily ist das normal, was ein wirklich trauriges Schicksal ist. Sie versucht, ihrer Mutter zu helfen, doch diese spielt meistens alles herunter und gaukelt ihrer Tochter vor, dass das schon alles nicht so schlimm ist. Lily versteht nicht, wieso ihre Mutter das mit sich machen lässt und wieso sie ihren Mann nicht verlässt. Es ist ihr unbegreiflich, wie eine Frau bei einem Mann bleiben kann, der sie schlägt.
Jahre später, als ihr Vater schon tot ist, erfährt Lily am eigenen Leib, was es heißt, wenn man aus Liebe bei einem Mann bleibt, der einem gegenüber handgreiflich wird. Ich finde es toll, wie einfühlsam Colleen Hoover hier Lilys Geschichte erzählt hat und ihren Gedankengängen nachgegangen ist. Es ist eben nicht einfach, dieses „Wenn ein Mann mich schlagen würde, wäre ich sofort weg“ in die Tat umzusetzen. Das wird am Beispiel Lily und Ryle mehr als deutlich klar. Ich finde es toll, dass die Autorin hier so sensibel auf dieses Thema eingegangen ist und versucht hat, eine andere Sichtweise aufzuzeigen. Im Nachwort erzählt sie, dass ihre Mutter in der gleichen Situation war. Ich finde es toll, dass Hoover die Geschichte ihrer Eltern dazu genutzt hat, anderen Mädchen und Frauen die Augen zu öffnen. Sehr einfühlsam und vorsichtig beschreibt sie die ungesunde Beziehung der beiden Protagonisten, gibt dabei aber auch den Stoß in die richtige Richtung. Ich muss hier ein großes Lob aussprechen, nicht jeder Autor hätte das so hinbekommen.NNEM1

Der Schreibstil
Das Buch ist aus Lilys Sicht in der Ich-Perspektive erzählt und im Präsens geschrieben. Ich persönlich habe diese Form am liebsten, da ich mich so mitten in der Geschichte fühle. Colleen Hoovers Schreibstil ist locker genug, damit sich das Buch gut lesen lässt, aber auch schwer genug, um an den Leser an den richtigen Stellen innehalten zu lassen. Ich bewundere diese Art zu schreiben sehr. Der Schreibstil passt auch irgendwie immer zu den jeweiligen Situationen. Ist es eine fröhliche Situation, ist auch der Schreibstil lockerer und leichter, befindet sich die Protagonistin in einer misslichen Lage oder ist traurig, wird es dramatischer und schwerer.NNEM6

Die Personen
Uff, was soll ich über die Personen sagen, ohne zu viel vorwegzunehmen? Schwierig.
Lily ist eine tolle Protagonistin, sie ist 25 Jahre alt und baut sich nach ihrem Studium in ihrer Heimatstadt nun ihr ganz eigenes Leben in Boston auf. Ich finde, sie ist eine unglaublich starke Protagonistin, die ich sehr gut nachvollziehen konnte.
Sehr gerne mochte ich außerdem Allysa, die ganz plötzlich in die Geschichte plumst und dann einfach dortbleibt. Sie ist ebenfalls eine tolle Frau, die sich sehr gut an Lilys Seite macht. Jeder braucht eine Freundin wie Allysa.
Auch die anderen Personen (zu denen natürlich auch Ryle und Atlas zählen), waren toll ausgearbeitet. Jeder hat hier seine ganz eigene Geschichte und sein Päckchen zu tragen. Die einen haben ihr Leben fest im Griff, andere nicht so. Die Zusammenstellung der Personen war wirklich angenehm und es war toll, mehr über sie alle zu erfahren.NNEM5

Fazit:

Das Buch hat mich sehr berührt und mitgenommen. Ich werde wohl noch eine ganze Weile über die Geschichte von Lily und Ryle nachdenken. Ich habe das Buch geliebt und gleichzeitig gehasst. Genau das ist es, was ein gutes Buch ausmacht. Colleen Hoover hat eine wundervolle Art zu schreiben und ich habe im Laufe der Geschichte alle möglichen Emotionen mit den Protagonisten zusammen erlebt. Darum bekommt „Nur noch ein einziges Mal“ von mir

★★★★★ von 5

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Titel: Nur noch ein einziges Mal
Originaltitel: It ends with us
Autor/in: Colleen Hoover
Übersetzer/in: Katarina Ganslandt
Verlag: dtv (Link zum Buch)
Seiten: 416
Preis: 14,95€ (Broschiert), 10,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-423-74030-2

 

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Ein Kommentar zu „[Rezension] Nur noch ein einziges Mal – Colleen Hoover

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