4 Sterne · Rezensionen

[Rezension] Mein Freund, der Eiffelturm und ich – Dagmar Hoßfeld

Conni15_1„Kannst du das wiederholen? Ich hab gerade verstanden, dass du nach Frankreich willst. Mit mir, in den Osterferien“, sage ich, als ich meine Stimme wiedergefunden habe. „Bestimmt habe ich mich verhört.“
Wir stehen immer noch vor dem Kino. Ich starre Phillip immer noch an. Sein Grinsen weicht einem belustigten Schmunzeln.
„Nö, du hast dich nicht verhört. Ich hab dir doch neulich gesagt, dass ich ohne dich nirgendwo mehr hinwill. Daran hat sich nichts geändert.“
-S. 59

die-geschichteEndlich ist Connis Freund Phillip zurück aus seinem Auslandshalbjahr – doch es regnet weder Rosen noch Sternschnuppen. Eigentlich ist alles ganz normal wie vorher. Ein bisschen fühlt Conni sich sogar vernachlässigt. Doch dann kommt die große Überraschung: Phillips Vater muss geschäftlich nach Frankreich in die Normandie und Phillip und Conni sollen mitkommen! Conni ist überglücklich. Sie und Phillip in Frankreich – sie kann sich nichts Besseres vorstellen. Als dann auch noch die Idee aufkommt, einen Tag in Paris, Connis absolutem Traumreiseziel, zu verbringen, könnte es kaum besser werden. Doch nicht alles verläuft so glatt wie die beiden Teenager es sich gewünscht hätten.

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meine-meinungDie meisten haben wahrscheinlich spätestens bei der Aktion „25 Jahre Conni“ mitbekommen, dass ich schon immer ein großer Fan von Conni war. Darum lese ich selbstverständlich auch die „Conni 15“ Reihe, in der die kleine Kindheitsheldin bereits 15 Jahre alt ist und merklich erwachsen wird. Der vierte und somit neuste Band ist unter dem Titel „Mein Freund, der Eiffelturm und ich“ erschienen. Vielen Dank noch einmal an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar!

Über die Story
Was mir am meisten an diesem Buch gefallen hat: ES IST SO SCHÖN REALISTISCH!! Es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Denn Conni ist ein ganz normaler Mensch! Da kann man auch schon mal zwei Tage vor dem Urlaub seine Tage und eine Menge Pickel im Gesicht bekommen. Ja, genau so ist es nämlich im echten Leben auch. Endlich spricht es mal jemand aus.
So richtig los ging die Story meiner Meinung nach erst so ab der Hälfte, was aber vollkommen okay war, da auch die vorherige Handlung wichtig für die Geschichte war. Die Zeit von Conni und Phillip in Paris fand ich wirklich toll. Einerseits kommt das Flair der französischen Großstadt und auch das des französischen Lebensstils wunderbar rüber. Andererseits werden auch die hässlichen Seiten von Paris aufgezeigt. Ich selber war auch schon in Paris und genau die Dinge, die auch hier im Buch beschrieben werden, fand ich dort schrecklich. Der Müll, der Gestank, der Lärm und die Tatsache, dass unzählige Obdachlose zwischen dem Müll schlafen müssen. In allen anderen Büchern, die ich bisher gelesen habe, die in Paris spielen, wurden diese ganzen Tatsachen verschwiegen. Da ging es immer nur um die Schönheit der Stadt. Aber hier wird eben auch ihre Hässlichkeit aufgezeigt. Und diese geht auch weiter bei der aktuellen Lage in der Stadt. Conni beschreibt Soldaten mit Maschinengewehren, die seit den vergangenen Anschlägen auf die französische Hauptstadt an den Bahnhöfen unterwegs sind. Ich muss Dagmar Hoßfeld hier wirklich ein großes Lob aussprechen, da sie eben nicht nur die schönen, schicken und charmanten, sondern auch die grausamen Seiten dieser Stadt deutlich macht.              

Neben dem Einstieg stehen zwei Soldaten und schauen sich aufmerksam um. […] Ich fühle mich unbehaglich bei diesem Anblick. Ich glaube, ich werde mich nie daran gewöhnen. Ich möchte es auch gar nicht.
Ich möchte nicht in einer Welt erwachsen werden, in der Soldaten und Polizisten Flughäfen, Bahnhöfe und Reisende beschützen müssen. Aber ich weiß auch, dass es eine andere Welt leider nicht mehr gibt.
-S. 241

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Der Schreibstil

Die Geschichte ist von Conni in der Ich-Perspektive erzählt. Als Zeit wird hier das Präsens benutzt. An einigen wenigen Stellen wird der Leser von Conni direkt mit „du“ angesprochen. Für manche ist das vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, kommt aber wirklich nicht oft vor. Mich hat es nicht ganz so sehr gestört, da ich es vor allem von den Conni-Kassetten, die ich früher gehört habe, gewohnt bin. Da kam so etwas auch immer mal vor.
Ansonsten mag ich den Schreibstil von Dagmar Hoßfeld sehr gerne, sie schreibt sehr angenehm, das Buch lässt sich flüssig und ohne große Anstrengungen lesen.

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Die Personen
Das Personenensemble hat mir insgesamt gut gefallen, allerdings hätte ich Phillips Vater und dessen Lebensgefährtin, mit denen Conni und Phillip in Frankreich waren, gerne noch ein bisschen besser kennengelernt. Wirklich viel haben sie leider nicht von sich gegeben, das fand ich etwas schade. Vor allem, da Conni am Anfang betont, dass sie sie nicht so gut kennt. Das hätte man auf dieser Reise wunderbar ändern können.
Phillip war manchmal sehr undurchsichtig, was aber beabsichtigt war und mit in die Geschichte passte. Nur an ein oder zwei Stellen hätte man diese Tatsache vielleicht weglassen können, da sie dort meiner Meinung nach nicht so ganz zu erklären waren.
Conni merkt man an, dass sie gerade mit fast 16 mitten in der Pubertät ist, da sie an der ein oder anderen Stelle schon mal total sinnloserweise beleidigt oder wütend ist.

Sonstiges
Ich finde die Aktualität des Buches schön. Nicht nur, was die bereits genannten Punkte bzgl. der „Weltlage“ angeht, sondern auch, was z.B. Musik betrifft. Immer wieder sind aktuelle Lieder eingebaut, die derzeit auch im Radio auf und ab laufen und die ich selber ebenfalls oft höre. Außerdem stimmt sogar der Zeitpunkt der Osterferien genau mit den diesjährigen Osterferien überein. Ich finde das echt schön gemacht.

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Fazit:

Ein toller vierter Conni 15 Band! Ich glaube, er hat mir zusammen mit dem ersten Band am besten gefallen in dieser Reihe. Das Frankreich-Feeling war toll, aber ich fand es gut, dass eben nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen war, sondern auch Probleme angesprochen wurden. Insgesamt hat mir das Buch echt gut gefallen, ein paar kleine Kleinigkeiten haben mich aber gestört. Ich hoffe aber, dass der nächste Band nicht allzu lange auf sich warten lässt, denn die Bücher sind immer wieder toll zu lesen. Von mir bekommt „Mein Freund, der Eiffelturm und ich“ von Dagmar Hoßfeld

★★★★ von 5

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Titel: Mein Freund, der Eiffelturm und ich
Autor/in: Dagmar Hoßfeld
Verlag: Carlsen (Link zum Buch)
Seiten: 282
Preis: 12,99€ (Taschenbuch), 8,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-551-26004-8

Rezension zu Band 2
Rezension zu Band 3

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6 Kommentare zu „[Rezension] Mein Freund, der Eiffelturm und ich – Dagmar Hoßfeld

  1. Ich mag die Conni 15 Bücher auch total gerne! Die ersten drei Bände habe ich bereits durch und freue mich bald den vierten Teil zu lesen! Deine Rezension ist übrigens echt toll geschrieben :-)

  2. Hach das Buch muss ich auch noch lesen. Conni ist genau wie bei dir einfach eine Figur, die mich von Pixi- Buch bis zu den Conni und Co Büchern begleitet hat, da kann ich auch jetzt nicht einfach aufgeben :D

    1. Die Conni 15 Bücher sind auch echt toll. Sie sind nicht zu lang, lassen sich super lesen und ich mag sie einfach mega gerne. Man merkt richtig, wie Conni erwachsener wird. Das ist so super!

      1. Ich kenne die ersten 3 auch, obwohl ich schon lang aus der Altersspanne raus sind, für die sie gedacht sind aber Conni gehört einfach dazu :)

      2. Ja, finde ich auch. Und die lassen sich ja echt mal schnell weglesen. Ich bin total froh, dass es die gibt, sonst würde ich Conni glaube ich total vermissen. :D

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