5 Sterne · Rezensionen

[Rezension] Beautiful Liars. Verbotene Gefühle – Katharine McGee

BeautifulLiarsUnd dann erklang plötzlich ein Schrei. Ein Mädchen stürzte vom Dach, ihr Körper fiel immer schneller durch die kühle, dämmrige Morgenluft.
– S. 7

die-geschichteAvery, Leda, Eris, Watt und Rylin. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie leben im sogenannten „Tower“, dem höchsten Gebäude, das im Jahr 2118 auf der Welt existiert. Doch während einige von ihnen in den oberen Stockwerken in Saus und Braus leben, führen die anderen in den unteren Stockwerken des Wolkenkratzers ein einfaches, teilweise eher ärmliches Leben.
Doch in irgendeiner Weise sind alle fünf Charaktere miteinander verbunden. Und als sie eines Abends in Averys Wohnung, die ganz oben im Tower liegt, aufeinandertreffen, passiert etwas Schreckliches.

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meine-meinungWow, Leute! Ich hatte schon einige positive und begeisterte Stimmen über dieses Buch gehört, aber ich hätte nicht gedacht, dass es mich auch so begeistern könnte. Was genau mir so gut gefallen hat, werde ich euch nun in der folgenden Rezension erklären. Und JA, sie ist spoilerfrei!

Über die Story
Bevor ich dieses Buch begonnen habe, hatte ich von einigen Leuten gehört, dass sie das Buch zwar super fanden, dass der Anfang aber etwas anstrengend war, da sie am Anfang einige Probleme hatten, die Personen auseinanderzuhalten. Mir fiel das eigentlich nicht wirklich schwer, nur ab und zu hatte ich ein paar kleine Problemchen, wenn ich einen Tag nicht gelesen hatte und dann wieder eingestiegen bin, weil ich dann erst mal sortieren wusste, wem was passiert war.
Sehr gut gefallen hat mir die Darstellung der Gesellschaft durch den Tower. Oben wohnen die Reichen und unten die Armen. Besser kann man eine Gesellschaft wohl kaum beschreiben und darstellen.
Das einzige, was mich tatsächlich ein bisschen gestört hat, war die fortgeschrittene Technik in Verbindung mit dem Jahr 2118. Ich kann mir nicht vorstellen, dass all diese Techniken bereits in 100 Jahren so krass entwickelt sind. Vielleicht hätte man die Geschichte nochmal 100 Jahre nach hinten verschieben sollen. Klar, die Technik macht immer mehr Fortschritte, aber alleine die Tatsache, dass es in 100 Jahren einen Tower mit 1000 Stockwerken geben soll, der wie eine richtige Stadt aufgebaut ist, erscheint mir etwas unrealistisch. Natürlich kann ich mich auch irren, aber vor allem, da die ganze Technik ja schon so etabliert ist, muss sie ja mindestens ein bis zwei Jahrzehnte alt sein und auch der Tower muss mindestens so alt wie die Protagonisten sein, da sie alle dort geboren wurden.

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Was mich am meisten an dem Buch fasziniert hat, war, dass ich mir lange nicht vorstellen konnte, in welche Richtung die Geschichte geht und wie die einzelnen Personen zusammenhängen. Man erfährt zwar schon im Prolog, was am Ende passiert, jedoch weiß man keine Details und hat keine Ahnung, wie es dazu kommt. Das ganze Buch baut also auf dieses Ende hin auf, was im ersten Moment irgendwie langweilig klingt, aber das ist es in keinem Fall. Zwischendurch passiert so viel – vor allem dadurch, dass das Buch aus fünf Sichtweisen erzählt ist. Die Figuren verstricken sich in Lügen und Unwahrheiten, es kommt zu Missverständnissen und Streit und am Ende prallt alles aufeinander. Wirklich toll!
So wenn wir jetzt schon dabei sind, kommen wir aber mal zum Wichtigsten. Dem Ende. Ich habe ja eben schon mal geschrieben, dass quasi alles in diesem Buch auf das Ende hinausläuft. Und WOAH! DIESES ENDE!!!! DIESER SHOWDOWN! WOW! Das hat mich echt umgehauen und ich hätte null damit gerechnet, dass DAS passiert. Wer das Buch gelesen hat, der weiß, was ich meine. Wer es nicht gelesen hat, der wird es jetzt hoffentlich tun und dann genauso dasitzen wie ich.

Der Schreibstil
Gut gefallen hat mir hier, dass die verschiedenen Personen nicht in der Ich-Perspektive erzählt haben, denn das hätte vermutlich für Verwirrung gesorgt. Stattdessen wurde hier der personale Erzähler genutzt, der in der Vergangenheitsform erzählt. Mir hat der Schreibstil ansonsten ebenfalls sehr gut gefallen, er ist nicht holprig, sondern lässt sich flüssig lesen. Die Welt, bzw. der Tower, werden gut dargestellt.

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Die Personen
Ich möchte hier gar nicht so viel zu den einzelnen Personen sagen und ob ich sie mochte oder nicht, denn ich denke, dass das schon fast wieder zu viel von der Geschichte vorwegnimmt.
Die Figuren harmonieren einfach alle perfekt miteinander. Sie haben Geheimnisse, die nach und nach enthüllt werden und die alle grundverschieden sind. Erst hatte ich das Gefühl, jeder Charakter lebt irgendwie nur so für sich und die Geschichten sind sehr „allein“ gehalten, aber je weiter man liest, desto mehr verstricken sich die Storys ineinander und desto näher rücken alle Figuren auf dem Spielbrett zusammen. Es entstehen freundschaftliche und feindschaftliche Beziehungen, aber auch Liebe spielt eine große Rolle. Und somit auch Eifersucht. Jede Figur hatte gut erkennbare Charakterzüge, was sonst bei so vielen Hauptfiguren leicht verloren geht. Hier war das allerdings nicht der Fall. Auf jeden Fall konnten die Figuren mich in ihrem Gesamtpaket von sich überzeugen.

Sonstiges
Nun ja, das Cover… Darüber kann man streiten. Es sieht ja vielleicht ganz nett aus, aber es passt meiner Meinung nach nicht zur Geschichte. Und es suggeriert irgendwie, dass das Buch eher für Mädchen ist. Finde ich zumindest. Ich würde das Buch jedoch auch für Jungs empfehlen, aber ich könnte mir vorstellen, dass die bei einem Cover, auf dem ein Mädchen in einem hübschen Kleid abgebildet ist, eher nicht dazu greifen. Da hätte man vielleicht eher beim englischen Cover bleiben sollen, auf dem der Tower abgebildet ist. Da finde ich übrigens auch den Titel „The Thousandth Floor“ passender. „Beautiful Liars“ klingt mir zu sehr nach „Pretty Little Liars“. Hier finden sich zwar Parallelen, was die Sache mit der Verstrickung in Lügen angeht, jedoch finde ich nicht, dass man das unbedingt so miteinander verbinden sollte. Außerdem geht der Untertitel „Verbotene Gefühle“ gar nicht. Es geht nämlich um viel mehr. Das wird durch den Titel leider nicht so deutlich.

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Fazit:

Das Buch hat mich richtig umgehauen und wird auch definitiv ein Jahreshighlight werden. Und ich bin mega gespannt auf Band 2, der auch bald erscheint. Ich bin zwar nicht ganz so begeistert von Titel und Cover, aber die fallen ja nicht mit in meine Bewertung. Eigentlich wollte ich für die Sache mit der sehr fortgeschrittenen Technik in 100 Jahren ein halbes Sternchen abziehen, aber wisst ihr was? Ist mir egal. Ich muss diesem Buch einfach volle Punktzahl geben. Also gibt es von mir für „Beautiful Liars“ von Katharine McGee

★★★★★ von 5

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Titel: Beautiful Liars. Verbotene Gefühle.
Originaltitel: The Thousandth Floor
Autor/in: Katharine McGee
Übersetzer/in: Franziska Jaekel
Verlag: Ravensburger (Link zum Buch)
Seiten: 512
Preis: 17,00€ (Hardcover), 14,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-473-40153-6


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4 Kommentare zu „[Rezension] Beautiful Liars. Verbotene Gefühle – Katharine McGee

  1. Einen englischen Originaltitel durch einen anderen englischen Titel zu ersetzen und diesen wiederum mit einem dämlichen, deutschen Untertitel zu versehen – wer lässt sich so etwas einfallen? ;-) Abgesehen davon klingt das Buch nämlich eigentlich ganz interessant …

    1. Das wüsste ich auch gerne. Klingt total dämlich, vor allem dieser Mischmasch aus Deutsch und Englisch. Dann sollen sie sich wenigstens für eine Sprache entscheiden.

  2. Ich muss dieses Buch endlich mal lesen! Du hast mich jetzt auch nochmal neugierig gemacht. Und wenn bald Band 2 erscheint, habe ich ja auch nochmal einen Grund.
    Tolle Rezension, das Buch klingt wirklich gut! *-*

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