4 Sterne · 5 Sterne · Rezensionen

[Rezension] Liebe ist so scheißkompliziert – Sabine Schoder

Scheißkompliziert3„Babs ist zu weit gegangen“, hauche ich.
Tom blickt auf. Das Blättchen, das er gerade zu einer Tüte rollen wollte, hält abrupt an. „Das ist nicht Babs‘ Profil, auf dem das Video hochgeladen wurde.“
– S. 171

 die-geschichte

Es gibt eine Sache in Neles Leben, die sie gewaltig stört. Und diese Tatsache ist nicht zu übersehen. Nele ist eins neunzig groß. Das ist nicht immer einfach, denn sie überragt einfach alle ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Außer Jerome. Denn Jerome, oder Jet, ist über zwei Meter groß. Kein Wunder, dass er der Star der Schulbasketballmannschaft ist. Zufällig kommen die beiden sich näher und plötzlich merkt Nele, dass sie ein bisschen verknallt ist. Oder auch ein bisschen mehr. Doch plötzlich taucht im Internet ein Nacktvideo von Nele auf. Und das kann eigentlich nur Jerome aufgenommen haben. Dabei war Nele doch gerade dabei, sich zu verlieben. Was nun?

Scheißkompliziert

meine-meinungWer mich ein bisschen kennt oder schon länger verfolgt, der weiß, dass ich die Bücher von Sabine Schoder und auch die Autorin selbst wirklich toll finde. Ihre beiden Bücher „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ und „Sowas passiert nur Idioten. Wie uns.“ gehören zu meinen absoluten Lieblingen und auf der FBM 2017 hatte ich die Gelegenheit, die Autorin persönlich zu treffen. Darum musste ich natürlich auch ihren neuen Roman „Liebe ist so scheißkompliziert“ so schnell wie möglich lesen. Hier noch einmal ein großes Dankeschön an den Fischer Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Über die Story
Schon vor einer ganzen Weile gab es auf Twitter große Kritik am Klappentext. Ich muss sagen, dass dieser tatsächlich etwas unglücklich war, denn dort klang es so, als würde Nele sich in Jerome verlieben, obwohl er das Video von ihr gemacht hat. Eben so als wäre das die perfekte Grundlage für eine toxische Beziehung. Das ist so aber nicht richtig. Mehr kann ich dazu nicht sagen, ohne zu viel vorweg zu nehmen. Aber es ist nicht so, dass sie naiv und blauäugig mit rosaroter Brille durch die Gegend läuft.
Viel mehr ist die Story sehr viel tiefgründiger als sie zunächst vermuten lässt. Gleichzeitig verliert sie aber auch nicht an Leichtigkeit. Darauf werde ich aber beim Abschnitt über den Schreibstil und in einem zusätzlichen Blogbeitrag noch einmal genauer eingehen.

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Der Schreibstil
Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich Sabine Schoders Schreibstil liebe. Sie findet immer den perfekten Mittelweg zwischen Witz und Ernst. Tiefgründige Gedanken und Gespräche finden sich neben urkomischen Dialogen, die genau meinen Humor treffen. Das hat mir schon bei ihren beiden anderen Büchern unglaublich gut gefallen und auch hier war es wieder so. Man lacht und leidet mit den Charakteren – genau so wie es sein soll.
Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive im Präsens von Nele erzählt. Ich weiß, dass einige die Erzählung in der Gegenwart nicht so gerne mögen, ich habe sie aber am liebsten.

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Die Personen
Ich muss gestehen, dass ich etwas voreingenommen war, was die Personen angeht. Vicky und Jay aus „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ und „Sowas passiert nur Idioten. Wie uns.“ sind nun mal eines meiner liebsten OTPs. Ich muss auch offen zugeben, dass die Personen aus „Liebe ist so scheißkompliziert“ das einfach nicht übertreffen können.
Mit Nele bin ich auch am Anfang nicht so ganz warm geworden. Vielleicht lag das aber auch daran, dass ich mich einfach nicht so ganz in sie hineinversetzen konnte, weil ich nun mal nur 1,65m groß bin und nicht 1,90m. Manchmal hat mich ihr Gemecker über ihre Größe aber schon etwas genervt. Sie hat sich selbst einfach immer viel zu sehr runter gemacht und total negativ dargestellt. Am Selbstbewusstsein müssen wir nochmal arbeiten, meine Liebe.
Bei Jerome war ich mir nicht ganz sicher, was ich von ihm halten soll. Er ist aber definitiv ein gut ausgearbeiteter Charakter. Mehr will ich über ihn eigentlich gar nicht sagen, denn sonst ist der Überraschungseffekt weg.

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Fazit:

„Liebe ist so scheißkompliziert“ ist ein tolles Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Auch wenn ich die Protagonistin manchmal nicht ganz so nachvollziehen konnte, wurde sie mir mit der Zeit sympathischer. Die Geschichte ist nicht nur oberflächlich, sondern behandelt verschiedenste Themen, die (vor allem) Teenager beschäftigen. Wie immer schafft Sabine Schoder auch hier die perfekte Mischung aus Witz und Tiefsinn. Insgesamt bekommt „Liebe ist so scheißkompliziert“ von Sabine Schoder von mir

★★★★½ von 5

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Titel: Liebe ist so scheißkompliziert
Autor/in: Sabine Schoder
Verlag: S. Fischer Verlag (Link zum Buch)
Seiten: 400
Preis: 14,00€ (Hardcover), 12,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-7335-0406-9

3 Kommentare zu „[Rezension] Liebe ist so scheißkompliziert – Sabine Schoder

  1. Hallöchen Isa,
    ich möchte das Buch auch demnächst lesen. Eben wegen dem Klappentext und der einhergehenden Kritik.
    Außerdem finde ich, dass das Thema heutzutage eine große Rolle spielt. Und deine Rezension hat mich überzeugt! :)
    Liebe Grüße,
    Sophia

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