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die-geschichteScreenshots, Chatverläufe, Fotos. All diese Dinge können innerhalb von Sekunden ein Leben für immer verändern oder zerstören. Diese schmerzliche Erfahrung müssen auch die Schülerinnen und Schüler des Abijahrgangs im Dorf Vielitzsee machen, als die Schattenseite auftaucht. Die Schattenseite, das ist eine Webseite, die die intimsten Geheimnisse der Schüler aufdeckt. Von Bestellungen im Internet über Nacktfotos bis hin zu Chatverläufen, die definitiv nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren. Und das Schlimmste: Je mehr Aufrufe die Seite generiert, umso mehr und schlimmere Geheimnisse gelangen ans Tageslicht. Und auch wenn sie nie gedacht hätten, dass so etwas in ihrem kleinen Dörfchen je passieren könnte, sind Seymon, Corvin und Nola plötzlich mittendrin im Schlamassel. Und die Schattenseite macht vor niemandem Halt.

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meine-meinungWer mich kennt, der weiß, dass ich bereits seit etlichen Jahren auf YouTube unterwegs bin. Schon lange bevor ich meinen eigenen Kanal ins Leben gerufen habe, habe ich viele YouTuber verfolgt. Einer davon war Jonas Ems, den ich schon fast seit Beginn seiner YouTube-Karriere verfolge und der nun sein zweites Buch veröffentlicht hat. Das erste habe ich zugegebenermaßen nicht gelesen, aber „Schattenseite“ hat mich sofort angesprochen und darum habe ich mir das dann mal zu Gemüte geführt. Wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr jetzt.

Über die Story
Als die Schattenseite auftaucht, ist in Vielitzsee plötzlich nichts mehr wie es vorher war. Das Leben sämtlicher Bewohner des Dorfes wird auf den Kopf gestellt. Denn das ist es, was passiert, wenn private Daten an die Öffentlichkeit gelangen. Und genau das ist eine der Gefahren in der heutigen Zeit. All die Vorteile, die Internet und grenzenlose Vernetzung bieten, sind toll, aber was, wenn eben das passiert, was in Vielitzsee passiert? Wenn man plötzlich gehackt wird und ein einziger Post im World Wide Web einem das Leben zur Hölle macht? Das macht das Buch „Schattenseite“, das besonders ein relativ junges Publikum ansprechen soll, deutlich. Ich finde, Jonas Ems hat es sehr gut verstanden, auf dieses Problem aufmerksam zu machen und das Ganze gleichzeitig in eine spannende Geschichte zu verpacken.
Natürlich will auch der Leser wissen, was als nächstes auf der Schattenseite veröffentlicht wird und wer der oder die Nächste ist, der/die bloßgestellt wird. Außerdem enden die Kapitel ständig mit Cliffhangern, was natürlich zum Weiterlesen verleitet.
Ich muss zugeben, dass ich von Anfang an dachte, ich wüsste, wer hinter der Schattenseite steckt und würde die Auflösung kennen. Tatsächlich kam es anders als gedacht und ich war doch überrascht vom Ende. Außerdem hoffe ich auf eine Fortsetzung, denn alles geklärt ist bisher definitiv nicht.

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Der Schreibstil
Den Schreibstil von Jonas Ems mochte ich sehr gerne, man kann leicht folgen und trotzdem bleibt es spannend – besonders durch die ständigen Cliffhanger am Ende der Kapitel. Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Corvin, Nola und Seymon geschrieben. Ich finde, dass man die jeweiligen Kapitel der Figuren gut unterscheiden und auseinanderhalten konnte, ich bin nicht durcheinandergekommen.
Was mich allerdings gestört hat, war, dass es doch einige Fehler im Text gab. Klar, auch beim Korrektorat und Lektorat kann mal was übersehen werden, allerdings war es hier doch auffällig.

Die Personen
Ehrlich gesagt möchte ich gar nichts zu den Personen sagen, weil ich finde, dass das schon eine Art Spoiler sein könnte. Was ich aber sagen kann: Die Mischung macht’s. Und die passte hier einfach. Die Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein und spiegeln meiner Meinung nach tatsächlich ziemlich gut die Zusammensetzung von Schulklassen heutzutage wider – auch, wenn das klischeehaft sein mag, ich finde, dass sie tatsächlich oft genau diese Charaktere beinhalten. Corvin als der Außenseiter-Nerd, der viel für sich ist. Seymon, der Coole und Beliebte. Und Nola, das etwas geheimnisvolle Mädchen, die dauerhaft abgefuckt ist, weil ihr das Kleinstadtleben nicht passt. Die Nebenfiguren runden dieses Ensemble sehr gut ab, denn die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich und ergänzen sich super, wodurch es zu einem sehr realistischen Gesamtbild kommt.
Die Geheimnisse der einzelnen Personen waren teilweise aber schon ziemlich krass und ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob es so realistisch ist, dass in einem so kleinen Dorf fast jeder ein solch dunkles Geheimnis hat. Aber was weiß ich schon, in meiner Schulzeit gab es keine Schattenseite. :D

Fazit

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, die Figuren passen gut zusammen und sie sind nicht oberflächlich geblieben, sondern wirklich zu Charakteren geworden. Die Message des Buchs ist ganz klar, wie gefährlich das Internet sein kann und wie schnell man gehackt werden kann. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch vor allem jüngeren Lesern vor Augen führen kann, dass man immer vorsichtig mit sensiblen Inhalten und Daten umgehen sollte und dass das Internet nicht nur positive Seiten hat. Insgesamt bekommt „Schattenseite. Tage der Wahrheit“ von Jonas Ems von mir

★★★★/5