Liv ist ziemlich überrascht als ihr Freund sich plötzlich von ihr trennt. Nun steht sie da, ohne Wohnung und zusätzlich auch noch mit Ärger mit ihren Kolleg:innen von der Unizeitung. Doch ganz unverhofft landet sie schon kurz darauf in einer tollen WG mit zwei netten Mitbewohnerinnen. Doch dann stellt sich ihr der einzige männliche Mitbewohner vor. Und es ist niemand geringeres als Noah, ihr ehemaliger bester Freund, der sie im Stich gelassen hat als sie ihn am meisten brauchte. In den drei Jahren seit sie sich das letzte Mal gesehen haben, hat er sich so sehr verändert, dass Liv ihn kaum wiedererkennt. Plötzlich ist er nicht mehr der liebevolle und einfühlsame Junge, den sie von früher kennt, sondern ein Herzensbrecher, der jede Nacht eine andere Frau abschleppt. Da trifft es sich gut, dass Liv für die Unizeitung einen Artikel darüber schreiben soll, wie man genau diese Art Mann bekehren kann. Ihr Zielobjekt ist nun natürlich kein anderer als Noah. Allerdings hat sie nicht damit gerechnet, dass plötzlich lang unterdrückte Gefühle wieder ihren Weg zu ihr finden…

Eine Freundin hielt mir bei einem Leseabend mehrere Bücher zur Auswahl hin, von denen ich eins aussuchen sollte, das sie an dem Abend lesen würde. Weil ich den Klappentext cool fand, sagte ich, sie solle Fly & Forget anfangen. Sie war total begeistert und hatte es am nächsten Abend bereits beendet. Da stand für mich natürlich fest, dass ich es auch lesen muss. Und hier kommt nun meine Meinung zum Buch.

Über die Story

Erst einmal vorab: Wie cool ist die Grundidee mit dem Artikel bitte?! Ich fand das sofort catchy und mir war eigentlich von Anfang an klar, dass ich mir das Buch holen werde, wenn es besagter Freundin gefallen sollte. Und so war es dann ja auch. Diese Artikelsache hat mir dann auch in der Umsetzung sehr gut gefallen. Ich hatte zwischendurch etwas Angst, dass das Thema einfach verlorengeht und mehr oder weniger fallengelassen wird, aber dem war zum Glück nicht so. 

Auch von der Artikel-Sache mal abgesehen konnte die Geschichte mich echt mitreißen. Nicht nur das Aufeinandertreffen von Liv und Noah ist ein großer Teil der Story, sondern auch die sich entwickelnde Freundschaft zwischen Liv und ihren beiden Mitbewohnerinnen Matilda und Briony.

Die Story ist definitiv spannend und enthält Wendungen, die man sich zwar vorher schon ausmalt, aber zumindest in meinem Fall lag ich mit meinen Vermutungen nie (ganz) richtig. Trotzdem ist es nicht so, dass es zu abwegig wird oder die Plottwists sich so sehr aneinanderreihen, dass man den Überblick verliert.

Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre ein bisschen mehr London-Feeling gewesen. Ich finde London toll und Fly & Forget spielt auch dort, aber das blieb oft leider ein bisschen außen vor. 

Der Schreibstil

Ich mochte den Schreibstil von Nena Tramountani sehr und habe mir auch einige schöne Stellen markiert. Das Buch ist sowohl aus Livs als auch aus Noahs Sicht erzählt und ich mochte beide Sichtweisen echt gerne. 

Auch die Art und Weise wie der Artikel, den Liv schreibt und der immer wieder auftaucht, geschrieben ist, hat mir gefallen. Die Schreibweise darin unterscheidet sich auch noch einmal deutlich vom Stil des Buchs, was ich sehr gut fand, denn es wäre unauthentisch gewesen, wenn der Artikel genauso geklungen hätte wie die Geschichte.

Die Personen

Okay, kommen wir mal zu den Personen. Liv mochte ich von Anfang an. Manchmal wirkt sie etwas lost, aber dann gibt es auch wieder Momente, in denen sie beschließt, ihr Leben nun so richtig in die Hand zu nehmen und durchzustarten. Ich mag solche Knackpunkte, denn ich kenne das von mir selbst. Trotzdem hatte sie immer mal wieder auch einen Durchhänger, was ich auch sehr authentisch finde. Und sind mir mal ehrlich, auch damit kann ich mich (leider) sehr gut identifizieren. Ich finde außerdem, dass Liv eine gute Entwicklung innerhalb des Buches durchmacht. Dabei bleibt sie aber immer sich selbst treu.

Bei Noah war ich mir erst nicht ganz sicher, ob er jetzt so das Bookboyfriend-Material ist, das ich mir gewünscht hätte. Aber es stellte sich heraus: Jap. Mit der Zeit habe ich ihn immer mehr ins Herz geschlossen, wenn auch nicht ganz so doll wie manch anderen Bookboyfriend. Aber man kann ja auch nicht immer zu 100% den Geschmack aller Leser:innen treffen. Auch er macht eine große Entwicklung durch, die auch viel deutlicher und sichtbarer als Livs ist. Und irgendwie auch eine ganz andere. Beides hat mir gefallen.

Dann wären da noch Matilda und Briony, die Mitbewohnerinnen von Liv und Noah. Und ich mochte sie beide super gerne! Sie sind schon lange befreundet, was man ihnen auch anmerkt. Trotzdem nehmen sie Liv in ihre Mitte auf als wäre es selbstverständlich. Das fand ich echt schön, vor allem, weil sie Liv mit der Zeit eine immer größere Stütze werden. Und auch mit Noah versuchen sie – besonders Briony – ihr Bestes, obwohl er es ihnen wirklich nicht leicht macht, ihn zu mögen und nett zu ihm zu sein. Um Matilda wird es im zweiten Band (Try & Trust) und um Briony im dritten (Play & Pretend) gehen. Auf beide Bücher freue ich mich schon total, besonders wegen der Pairings, die ich so nicht erwartet hätte. Aber dazu werde ich jetzt nicht zu viel verraten.

Fazit

Alles in allem hat mir Fly & Forget von Nena Tramountani super gut gefallen. Nach zwei Tagen hatte ich es durch und auch, wenn mir ein bisschen mehr London-Feeling gefallen hätte, hat das dem Buch echt keinen Abbruch getan. Besonders die Figuren und die entstandene Freundschaft zwischen den drei Mädels hat mir sehr gut gefallen. Die stand auch oft genug im Vordergrund und war sehr präsent, obwohl es ja eigentlich hauptsächlich um die Lovestory geht. Darum bekommt Fly & Forget von mir 

★★★★★ / 5