3 Sterne · Rezensionen

[Rezension] Book Elements. Die Magie zwischen den Zeilen – Stefanie Hasse

Book Elements4Die Sache war an sich ganz einfach: Buchcharaktere besitzen keine Seele, ganz gleich, wie oft in Büchern etwas anderes behauptet wurde. Ihnen fehlte nun einmal das, was uns zu Menschen machte. Daher nannten wir sie Selenlose. Durch die Bindung des Lesers zu den Buchcharakteren veränderte sich diese. Der Leser hauchte ihnen eine Seele ein, schenkte ihnen Emotionen. Und je stärker diese Bindung wurde, umso größer war die Gefahr, dass man den Seelenlosen materialisierte, in unsere Welt holte.
-S. 21

die-geschichteWisst ihr, was passiert, wenn man ein Buch ganz intensiv liest und dabei viele Emotionen aufkommen? Nein? Lin weiß das ziemlich gut. Denn jede Person, die sich emotional zu einer Buchfigur hingezogen fühlt (meist also junge Mädchen, die von ihrem Fantasy Helden lesen), hat die Macht, eben diese Figur aus dem Buch zu befreien und real werden zu lassen. Die Charaktere der verschiedensten Bücher erscheinen dann also plötzlich in unserer Welt und irren verwirrt umher. Hier kommt Lin zum Zug. Denn ihr Job als Wächterin der Bibliotheca Elementara ist es, die entwischten Figuren wieder einzufangen. Ihr ist so gut wie jeder Fantasy Charakter schon einmal begegnet. Nur nicht Zac aus „Otherside“, welches sie heimlich liest. Denn eigentlich ist es den Wächtern verboten, außerhalb der Bibliothek zu lesen oder gar Bücher zu besitzen. Doch Lin würde Zac so gerne einmal in echt treffen. Als allerdings plötzlich tatsächlich eine Figur aus „Otherside“ auftaucht, überschlagen sich die Ereignisse und die Buchwelt scheint gefährdet.

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meine-meinungDie Reihe „Book Elements“ gibt es schon seit einer Weile, allerdings hat der Carlsen Verlag die Bücher nun neu als Taschenbuch aufgelegt, denn es gab sie eine Zeit lang nur als E-Books. Der Verlag war so lieb, mir ein Exemplar zur Verfügung zu stellen, da ich sehr gespannt auf die Geschichte war. Ich freue mich, euch nun meine Rezension präsentieren zu können.

Über die Story
Leute, das muss ich jetzt mal als erstes loswerden. Ist diese Buchidee nicht einfach GRANDIOS?! Ich meine, hallo? Wer viele Emotionen beim Lesen empfindet, der kann die Figuren seiner Bücher real werden lassen. Okay, es erinnert ein bisschen an Tintenherz, aber die Story hier ist nochmal anders. Lin muss die entwischten Buchfiguren wieder einfangen und das erfordert einiges an Können.
Es war für mich am Anfang schwierig, in die Geschichte zu finden. Woran genau es lag, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist Fantasy einfach nach wie vor nicht mein Ding, vielleicht lag es am Schreibstil oder an der Atmosphäre. Ich weiß es nicht. Ich dachte auch echt, dass das Buch mich nicht mehr wirklich begeistern könnte, da es mich am Anfang nicht abholen konnte. Aber die letzten 100 Seiten wurden richtig spannend und haben mich total mitgerissen! Das war wirklich von einer Sekunde auf die andere und hat mich letztendlich doch noch von dem Buch überzeugt.
Trotzdem muss ich leider sagen, dass mir ein paar Logikfehler aufgefallen sind. Da hätte man besser drauf achten sollen.
Das Coolste an dem Ganzen ist eigentlich, dass total viele Charaktere auftauchen, die uns Leseratten zum Großteil bekannt sein sollten. Neben den Twilight-Vampiren tauchen auch die Charaktere der Lux-Reihe sowie einige andere Jugendbuch- und Fantasy Figuren auf. Dabei wird jedoch auch leise die Kritik geübt, dass die aktuellen Fantasy Bücher alle sehr ähnlich sind, vor allem wenn es um die Charaktere geht.

Das Problem bei Jugendbuchcharakteren war, dass sie nahezu alle gleich aussahen. Lange Haare, gut gebauter Körper, die weibliche Variante meist eher zierlich, damit sie besser in das Schema des zu beschützenden Mädchens passte. […] Da jeder Leser seine ganz individuelle Vorstellung hatte, gab es gewisse Variationen, aber im Großen und Ganzen hätte vor uns eine Katniss, eine Isabelle oder eine Katy stehen können.
-S. 43/4

Der SchreibstilBook Elements
Ich muss gestehen, dass der Schreibstil nicht so meins war. Warum, kann ich gar nicht genau sagen, aber für mich hat durch ihn alles sehr schleppend gewirkt. Er konnte mich nicht wirklich an das Buch fesseln, wodurch ich mich leicht habe ablenken lassen. Das finde ich ziemlich schade, denn ich hätte das Buch gerne viel eher beendet, aber so habe ich immer wieder zu einem anderen Buch gegriffen. Ich weiß nicht genau, ob es wirklich nur am Schreibstil oder am Anfang auch an der Geschichte lag, denn gegen Ende war ja eigentlich alles super.
Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive geschrieben und zeigt Lins Sicht. Am Anfang jedes Kapitels steht allerdings noch ein kurzes Zitat. Diese Zitate konnte ich bis zum Ende nicht einordnen und sie haben mich hier und da echt verwirrt.

Die Personen
Die Protagonistin Lin war soweit ganz in Ordnung. Ich habe aber ehrlich gesagt nichts wirklich Besonderes an ihr gefunden, aber auch nichts, was mich besonders gestört hat. Sie weiß auf jeden Fall, was sie will und hat den Mumm, dies auch durzusetzen. Das hat mir gefallen. Sonst war sie allerdings relativ normal, auch – oder vielleicht sogar vor allem – was Jungs angeht.
Die anderen Charaktere waren mir aber leider etwas zu schwammig. Ich hätte mir gewünscht, mehr über Peter, Coral und insbesondere Ric zu erfahren. Denn vor allem Ric konnte ich einfach nicht so richtig ergründen, dabei finde ich, dass er ein interessanter Charakter ist. Ich hoffe einfach, dass vor allem er in den folgenden Bänden noch ein bisschen besser mit dem Leser bekannt gemacht wird.

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Fazit:

Letztendlich kann ich sagen, dass „Book Elements“ eine ganz tolle Grundidee hat, jedoch konnte mich die Geschichte erst gegen Ende wirklich mitreißen. Über die Personen hätte ich gerne mehr erfahren. Trotzdem freue ich mich schon auf die Fortsetzungen – der zweite Band erscheint diesen Herbst als Taschenbuch. Da ich einige Kritikpunkte habe, die Idee der Story und vor allem die Spannung gegen Ende mich aber überzeugen konnten, bekommt „Book Elements“ von mir solide

★★★ von 5

Titel: Book Elements
Autor/in: Stefanie Hasse
Verlag: Carlsen (Link zum Buch)
Seiten: 288
Preis: 7,99€ (Taschenbuch), 3,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-551-31633-2

 

3 Sterne · Rezensionen

[Rezension] Maybe not – Colleen Hoover

Maybe not5„Morgen, Bridgette“, sage ich mit einem triumphierenden Lächeln. „Gut geschlafen?“
Sie bemerkt den Ausdruck auf meinem Gesicht und verdreht die Augen. „Fick dich, Warren.“
-S. 71

die-geschichteWarren kann es nicht glauben: Seine Mitbewohner Brennan und Ridge lassen doch tatsächlich ein Mädchen in die WG einziehen. Zunächst ist Warren nicht begeistert, doch Bridgette ist sehr attraktiv und hat eine sehr anziehende Wirkung auf Warren. Doch ebenso ist sie extrem abweisend und kaltherzig ihm gegenüber. Aber Warren merkt schnell, dass sie sich ebenfalls zu ihm hingezogen fühlt. Eine brodelnde Leidenschaft entwickelt sich zwischen den beiden, und plötzlich ist Warren sich nicht mehr sicher, ob er Bridgette trotzdem weiterhin hasst, oder ob sich hinter seinen Gefühlen vielleicht mehr verbirgt…

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3 Sterne · Rezensionen

[Rezension] Young Elites: Die Gemeinschaft der Dolche – Marie Lu

young-elites1Als ich vier Jahre alt war, wütete das Blutfieber gerade am heftigsten und die Einwohner von Kenettra verrammelten ängstlich ihre Türen. Vergeblich. Meine Mutter, meine Schwester und ich wurden krank. […] Mein linkes Auge schwoll so stark an, dass die Ärzte es entfernen mussten – mit einem rot glühenden Messer und einer Zange.
Also, ja: Man könnte sagen, ich bin mit Makeln behaftet.
Mit Makeln behaftet. Ich trage die Zeichen eines Malfettos.
S. 12/13

 

die-geschichteNachdem Adelina als Kind am Blutfieber erkrankte, verlor sie nicht nur ein Auge, sondern auch ihre Haare wechselten die Farbe. Sie ist für jeden als Malfetto zu erkennen, was ihr das Leben nicht leichtmacht. Denn die Malfettos werden von den anderen Bewohnern Kenettras verstoßen. Dass sie eine Aussätzige ist, lässt auch ihr Vater Adelina spüren. So beschließt sie eines Tages, von zu Hause zu flüchten. Doch im Zuge ihrer Flucht findet sie nicht nur heraus, dass sie durch die Krankheit neben ihren Makeln auch besondere Fähigkeiten erhalten hat, sondern trifft auch auf die Gemeinschaft der Dolche. Diese sind eine Gruppe Malfettos, die sich auch „die Begabten“ nennt und sich vorgenommen hat, den König Kenettras zu stürzen. Doch für dieses Vorhaben brauchen sie Adelinas Hilfe. Wird sie sich auf die Seite der anderen Ausgestoßenen schlagen und versuchen, über das Land zu herrschen?

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3 Sterne · Rezensionen

GROßE ÄRSCHE AUF KLEINEN STÜHLEN – Benni-Mama

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Jetzt würde ich eine berufstätige Mutter sein, dachte ich. […] Ich wollte endlich wieder ernst genommen werden. Ich wollte wieder sichtbar sein. Doch als ich am ersten Tag mit Ben im Kindergarten auftauchte, fasste mich die resolute Erzieherin Petra am Arm und sagte: »Ah, du bist also Benni-Mama. Kannste Nudelsalat machen? Der fehlt nämlich noch beim großen Bastelbasar nächste Woche.« Seitdem bin ich Benni-Mama. Noch nicht einmal für einen korrekten Genitiv hat es gereicht.
– Große Ärsche auf kleinen Stühlen: S. 16

Die Geschichte:

Nachdem sie nun ein Jahr Vollzeitmama war, will Bens Mama endlich wieder arbeiten. Darum will sie Ben in den Kindergarten schicken – und da beginnen schon die Probleme. Hätte sie doch nur auf ihre Freundinnen gehört und schon vor Bens Geburt angefangen, sich einen Kita-Platz zu suchen. Ganz knapp schafft sie es, noch ein Plätzchen in einer Kita zu ergattern. Doch dort heißt es: Mithilfe bei Sommerfesten, Wandertagen, Putzdiensten, Kinderbetreuung und allem möglichen, was in einem Kindergarten sonst noch so anfällt.
Doch schon bald merkt „Benni-Mama“, wie sie ab jetzt nur noch genannt wird, dass es eine Sache gibt, die viel schlimmer ist als all diese Dinge zusammen: Die Eltern der anderen Kinder. Von iDad, der es nicht schafft, endlich mal die Internetseite der „Wilden Schlümpfe“ fertigzustellen, über Theo-Mama, die im Business-Kostüm zu sämtlichen Events erscheint, bis hin zu Bio-Bärbel, die an jedem Elternabend versucht, das Ernährungskonzept des Kindergartens komplett umzustellen. Mit all jenen muss Benni-Mama sich ab nun herumschlagen. Und das nicht nur an den Elternabenden, wo sowohl Mütter als auch Väter auf viel zu kleinen Stühlen in einer Runde sitzen und sich über sämtliche Themen unterhalten, die für die Kinder vermutlich total irrelevant sind…

Meine Meinung:

So, nachdem ich erst Band 3 und Band 2 gelesen habe, dachte ich mir, ich mache mich nun auch mal an den ersten Teil der Reihe. Allerdings habe ich es nicht gelesen, sondern mir das Hörbuch von meiner Mama geschnappt. Es hat mir eigentlich ganz gut gefallen, sollte aber noch mal ein weiterer Band erscheinen, werde ich den lieber wieder lesen als mir anhören. Wobei ich sagen muss, dass ich Mirja Boes als Sprecherin einfach toll finde.

Auch dieses Buch ist wieder total lustig. Allerdings hat es nicht ganz so eine „Story“ wie zum Beispiel der zweite Band, „Kleine Scheißer in großen Gärten“. Ich fand, es waren zwischenzeitlich eher einzelne zusammengesammelte Teile aus dem Kindergartenalltag. Es geht um verschiedenste Dinge: Die Ernährung der Kinder, Kinderkrankheiten, (sehr spezielle) Wandertage und Kindergeburtstage. Und alle sind sie wieder sehr humorvoll beschrieben und sorgen für den ein oder anderen Lacher. Meiner Meinung nach waren aber leider nicht ganz so große Knaller vorhanden wie in den Folgebänden – vielleicht kommt mir das aber auch einfach nur so vor, da ich es gehören und nicht gelesen habe.

Auf jeden Fall sind auch hier die Personen wieder echt schön ausgearbeitet. Jede (Neben-)Figur hat ihren eigenen Charakter und zeichnet sich durch irgendetwas besonders aus. Bio-Bärbel zum Beispiel ist immer darauf bedacht, alles möglichst natürlich zu halten und hätte am liebsten ein Gemüsebeet und einen Streichelzoo für den Kindergarten. Sie hat mir auch mit am besten gefallen, denn es ist einfach total lustig, wie sie immer wieder versucht, das komplette Ernährungskonzept der Kita umzukrempeln.
Dadurch, dass ich mir nun den ersten Teil als letztes zu Gemüte geführt habe, muss ich allerdings sagen, dass ich Hannah und Pupsi irgendwie vermisst habe. Die Storys, in denen es nicht einfach nur um ein Kind geht, sondern direkt um zwei, von denen immer mindestens eines dauerhaft Mist baut, und einen Hund, bei dem immer wieder in den entscheidenden Momenten Magenprobleme auftreten, sind einfach noch viel amüsanter.

Fazit:

Auch bei diesem Buch kann ich sagen, dass es wieder witzig war, aber die Nachfolger haben mir doch besser gefallen. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass ich es gehört und nicht gelesen habe, das weiß ich jetzt nicht genau. Wer aber gerne solche Geschichten liest, ist hiermit auf jeden Fall gut bedient. „Große Ärsche auf kleinen Stühlen“ bekommt daher von mir

von 5

Große Ärsche auf kleinen Stühlen:
240 Seiten, 8,99€ (Taschenbuch), 8,99€ (E-Book), erschienen bei FISCHER Taschenbuch

3 Sterne · Rezensionen

KLEINE SCHEIßER IN GROßEN GÄRTEN – Benni-Mama

Kleine ScheißerWährend die Möbelpacker damit beginnen, unsere Kisten auszuladen, stehen wir vier noch etwas ratlos im Wendekreis und blicken uns um – ich mit der bekotzten Hannah auf dem Arm, Ben mit Pupsi an der Leine, der gerade einen für einen Welpen seiner Größe beachtlichen Haufen setzt, und Benni-Papa, der sich das Kinn reibt und nacheinander die Häuser in unserer Nachbarschaft betrachtet.
– Kleine Scheißer in großen Gärten: S. 32

Die Geschichte:

„Ich will ein Haus! Mit Garten! Ohne Nachbarn über und unter uns! Und die Nachbarn rechts und links sollen bitte genauso durchschnittliche Eltern sein wie wir!“ (S. 18) – das sind die Worte, die Benni-Mama eines Abends zu ihrem Mann sagt. Und der ist von der Idee ganz angetan, denn er hat ein tolles Angebot für ein Häuschen in der Vorstadt bekommen, also genau das, was Benni-Mama sich gewünscht hat. Und so kommt es, dass die Familie ihr Hab und Gut zusammenpackt und sich zusammen mit ihrem neuen Familienmitglied Pupsi, einem kleinen Labrador Welpen, auf in ein neues Leben macht. Das Leben im Wendehammer.

Doch Benni-Mamas Wunsch, dass die neuen Nachbarn einfach ganz normale Leute sind, scheint nicht erhört worden zu sein. Denn ihr neues Umfeld ist alles andere als gewöhnlich. Da sind nicht nur die stinkreichen Königs, die sich fast täglich über Pupsi aufregen, nein, da sind auch noch Koi-Karsten und Koi-Kerstin, die für ihre Fische absolute Ruhe brauchen. Des weiteren tummeln sich die USA Fans schlechthin sowie Familie Liebmann, bei denen aller perfekt zu sein scheint, in der Straße. Und was in der Nachbarschaft anfängt, zieht sich auch bis in die Krabbelgruppe, die Benni-Mama zusammen mit Töchterchen Hannah besucht. Dort scheint ein ewiger Kampf zwischen den Ureinwohnern und den Zugezogenen zu herrschen.

Zudem scheint man in der Vorstadt ohne Auto (denn das braucht ja ihr Göttergatte um zur Arbeit zu gelangen) quasi total aufgeschmissen zu sein. Doch zum Glück gibt es ja Onlineshopping und den netten gutaussehenden Simon vom DHL, der im ganzen Wendehammer vor allem bei den Frauen beliebt ist.

Meine Meinung:

Da ich jetzt ja schon mit dem dritten Band die Reihe begonnen habe, dachte ich, kann ich sie auch komplett verkehrt herum weiterlesen. Das hier ist also das zweite Buch von Benni-Mama und auch diesmal habe ich wieder gut lachen müssen.

Alles beginnt damit, dass Benni-Mama endlich aus der Großstadt raus will. Das liegt unter anderem an den anderen Müttern, die sie nerven. Die Familie zieht also in die Vorstadt. Und da wird es dann erst richtig spannend… und außerdem ziemlich lustig. Benni-Mama nimmt auch in diesem Buch den Alltag (einer Mutter) auseinander und fischt aus allem, was täglich passiert, etwas lustiges. Die Handlung ist eigentlich gar nichts besonderes (na gut, das Ende ist etwas … unwahrscheinlich, aber egal :D), was diese Bücher aber einfach ausmacht, die davon leben, keinen „richtigen“ Handlungsstrang haben, sondern einfach den Alltag widerzuspiegeln – und der ist nun mal nicht so spektakulär, aber trotzdem manchmal zum schreien komisch.

Auch in diesem Buch gibt es wieder Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch perfekt ins Bild passen. Der Teil wird jetzt ein bisschen länger, aber die Personen sind das Wichtigste in dieser Geschichte.
Als erstes sind da natürlich Benni-Mama und Benni-Papa mit Ben und Hannah sowie dem Labrador Pupsi. Eine ganz normale Familie, die ihr Glück in der Vorstadt sucht. Vor allem Benni-Mama ist durch ihre Selbstironie sehr sympathisch. Für die größten Lacher sorgt meist Pupsi und Hannah, die beide scheinbar nur Unsinn im Kopf haben. Dass ihre neuen Nachbarn jedoch keine ganz normalen Leute sind, wie sie es sich gewünscht hätte, fällt auch Benni-Mama relaiv schnell auf.
Da wären zum Beispiel Blockhaus-Dany und Blockhaus-Samy mit ihrem Sohn Jack, die im Vorstadtviertel ihren ganz eigenen American Dream leben und daran auch ihre Nachbarn teilhaben lassen.
Hinter einer perfekt gestutzten Buchsbaumhecke befindet sich das Haus von Familie König. Frau König hat viel damit zu tun, die Kinder rechtzeitig beim Oboen- und Reitunterricht abzuliefern oder sie Vokabeln abzufragen. Hat sie aber doch mal ein paar Minuten übrig, nutzt sie diese meist dafür, sich über Pupsi aufzuregen, der gerne mal abhaut und sich in den (Vor-)Gärten der Nachbarn amüsiert.
Des weiteren leben im Wendehammer noch Koi-Karsten und Koi-Kerstin. Die beiden haben ein Faible für die japanische Lebensweise. Karsten hat sich voll und ganz seiner Koi-Zucht verschrieben und Kerstin ist dem Feng-Shui verfallen und versucht, diese Methode auch in der Nachbarschaft zu verbreiten.
Dann sind da noch die Liebmanns. In ihrem Schwedenhäuschen scheinen sie das perfekte Leben zu leben. Frau Liebmann hat die Angewohnheit, alles zu verniedlichen. So sind ihre beiden Zwillingstöchter (die übrigens wirklich gruselig sind) ihre „Kleinis“ und in ihrem Garten pflegt sie die „Blumis“. Doch plötzlich beginnt die Fassade dieser perfekten Familie zu bröckeln und es passiert etwas, das niemals jemand erwartet hätte.
Zu guter Letzt gibt es auch noch Bauer Hansen, dem das Land, auf dem die Häuser stehen einst gehörte und der sich nun über die neuen Nachbarn freut… vor allem, da diese ihm bestimmt bei der Suche nach einer Frau im Internet behilflich sein können.
Die Zusammenstellung der Personen ist einfach super gelungen. Denn dadurch, dass diese total unterschiedlichen Leute gar nicht zusammen passen, passt es wieder perfekt.
Ganz toll ist übrigens auch die Krabbelgruppe. Das würde ich an dieser Stelle zwar unglaublich gerne mit einem Zitat verdeutlichen, aber das würde den Rahmen sprengen.

So. Kommen wir mal zum Schreibstil. Der ist (wie zu erwarten) locker und leicht. Die Witze reihen sich zwar nicht aneinander, aber trotzdem ist das Buch unglaublich unterhaltsam und es entsteht immer wieder Situationskomik gepaart mit sarkastischen Bemerkungen von Benni-Mama. Dadurch dass es nicht sehr dick ist, ist es ein leichtes, es an einem Tag komplett zu lesen.

Fazit:

Für alle, die Bücher in diese Richtung mögen: Lest es! Auch wenn ihr keine Mutter seid (bin ich ja auch nicht :D) wird euch dieses Buch zum Lachen bringen. Es hat mir wirklich gut gefallen, allerdings fand ich es nicht ganz so gut wie den Nachfolger „Große Ärsche im Klassenzimmer“. Deswegen bekommt dieses Buch von mir

½ von 5

Kleine Scheißer in großen Gärten:

227 Seiten (+ 10 Seiten Lesprobe), 9,99€ (Taschenbuch), 9,99€ (E-Book), erschienen im Fischer-Verlag

3 Sterne · Rezensionen

GROßE ÄRSCHE IM KLASSENZIMMER – Benni-Mama

Große Ärsche im Klassenzimmer.JPGWer war das denn?“, frage ich.
Das war Axel. Sein Sohn ist auch bei Frau Horst. Netter Typ, aber total merkwürdig. […] Und du? Auch schon jemanden kennengelernt?“
Ja, Helikopter-Helga und ihren Mann, zwei Waldis mit einem Kind namens Momo und einer kompostierbaren Schultüte, HochbeGabi, die Mutter einer offenbar sehr leistungsbereiten Luisa und dann noch eine ziemlich scharfe Jenny im Minirock […].“
– Große Ärsche im Klassenzimmer: S. 44

Die Geschichte:

Da dachte Benni-Mama gerade, ihr Erstgeborener sei aus dem Gröbsten raus, da bemerkt sie, dass es in der Schule keinesfalls besser wird. Der Stress beginnt mit dem Besuch bei der Schulärztin, geht weiter mit der leidlichen Frage, welcher Schulranzen der richtige für den kleinen Sohn ist, und ist beim Pausenbrote schmieren (wahlweise kurz vor oder kurz nach Sonnenaufgang) noch längst nicht zu Ende. Das Schlimmste jedoch sind die Eltern der anderen Kinder. Nicht nur Heli-Helga, nein, auch HochbeGabi und Proll-Jenny machen einem das Leben schwer. Logisch, dass Benni-Mama nicht verschont bleibt und sich prompt beim ersten Elternabend versehentlich zur stellvertretenden Elternvorsitzenden wählen lässt.
Was tut man also, wenn man sich plötzlich als Pippi Langstrumpf verkleidet beim Hindernislauf wiederfindet und der sonst so gesprächige Sohn mit Eintritt in die Schule immer wortkarger wird und auf die Frage, wie es denn heute in der Schule gewesen sei, stets nur mit „gut“ antwortet? Am besten… so tun, als wäre das alles ganz normal und bloß nicht ausrasten, wenn der Hund beim Krippenspiel mitten auf die Bühne kotzt…

Meine Meinung:

Eigentlich ist „Große Ärsche im Klassenzimmer“ bereits das dritte Buch von Benni-Mama. Seine Vorgänger sind „Große Ärsche auf kleinen Stühlen“ und „Kleine Scheißer in großen Gärten“. Die beiden Bücher habe ich vorher zwar nicht gelesen, wusste aber von meiner Mutter, dass sie total lustig sind. Da man die drei Geschichten auch unzusammenhängend lesen kann, habe ich also dieses hier als Rezensionsexemplar beim Fischer-Verlag angefragt und zugesendet bekommen. Vielen Dank für die Bereitstellung!

Die Geschichte ist einfach mega witzig und Benni-Mama nimmt hier wirklich die Schuleinführung und das ganze Drumherum komplett auseinander. Dabei nimmt sie nicht nur die anderen Eltern sondern auch sich selbst gewaltig aufs Korn. Vor allem Leute, die selber Kinder in dem Alter haben, werden darüber herzhaft lachen können. Aber auch für mich, die durch ihre zwei kleinen Geschwister auch noch ein bisschen was in Richtung Grundschule usw. mitbekommt, war es sehr amüsant, das so zu lesen. Es gibt viele lustige Situationen – manche davon sieht man voraus, andere hingegen würde man definitiv nicht erwarten. Kurz gesagt: Wer (ein bisschen) lachen will, und vielleicht sogar selber öfter mal was mit dem Thema Kinder in der Grundschule zu tun hat, sollte das Buch unbedingt lesen.

Ich beginne mal beim größten Posten und recherchiere kurz im Internet, was denn so ein Schulranzen eigentlich kostet. Daraufhin muss ich zweimal trocken schlucken und greife schließlich zum Telefonhörer.
„Hallo Mutter, ich bin’s. Du, Ben braucht ja noch einen Schulranzen, und ich dachte: Wäre es nicht schön, wenn du ihm den schenkst?“

– S. 21/22

Die verschiedenen Personen sind einfach nur der Knaller.
Einmal ist da natürlich Benni-Mama, die versucht, alles so gut wie möglich zu meistern und es ihrem Sohn möglichst angenehm machen will. Nachdem sie durch ein Missverständnis nicht nur zur stellvertretenden Elternsprecherin gewählt wurde, sondern auch noch in einem grässlichen Kostüm an einem Hindernislauf teilnehmen muss, nimmt sie sich vor, sich ab und an ein wenig zurückzuhalten.Ob ihr das so ganz gelingen mag, ist allerdings die andere Frage… In jedem Fall ist sie eine sehr sympathische Person, die auch eine gewisse Eigenironie besitzt. Und ich glaube, dass sich so ziemlich jede Mutter mit ihr identifizieren können wird.
Aber auch die anderen Personen sind einfach nur genial.
Zuerst ist da natürlich die Klassenlehrerin Frau Horst, die auf Elternabenden mit einer goldenen Trillerpfeife für Ruhe sorgt. Einige Eltern drohen sogar mit dem Anwalt, falls ihr Kind in ihre Klasse kommt. Doch die Schüler scheinen sie gar nicht so schlimm zu finden…
HeliHelga ist eine richtige Helikopter Mutter, die immer genau wissen will, wie es ihrem Sohn Gustav geht und was er gerade macht. Das Handyverbot in der Schule ignoriert sie dafür nur zu gerne. Außerdem ist sie eine überengagierte Mutter, die die anderen Eltern dazu bringen möchte, sich ebenfalls mehr um ihre Kinder zu sorgen.
Die Waldis wollten ihr Kind eigentlich auf eine Waldorfschule schicken. Da dies nicht geklappt hat, versuchen sie nun, möglichst viele Elemente der Waldorfpädagogik in den Schulalltag einfließen zu lassen. Somit sind sie auch begeistert davon, dass die Kinder am Anfang noch keine Noten bekommen.
Ganz anders ist da HochbeGabi. Die hält von kleinen Aufklebern unter den Arbeiten der Kinder nämlich nichts und ist außerdem der Meinung, die anderen Schüler würden das Leistungsniveau senken, sodass ihre Tochter Luisa nicht vollends ihre Stärken präsentieren kann.
Zu guter Letzt ist da noch Proll-Jenny. Ihr Sohn ist der gefürchtete Killer-Johnny, der auf dem Schulhof mit Schokozigaretten dealt. Auf Elternabenden sitzt sie meist Kaugummi kauend in einem knappen Röckchen auf einem der kleinen Stühle und macht sich über die Sorgen der anderen Eltern lustig.
Die Zusammenstellung der Personen ist einfach grandios. Ich glaube, genau in so einer oder einer ähnlichen Konstellation kann man sie auf jedem Elternabend antreffen.

Die Autorin hat übrigens auch einen tollen Schreibstil, der sehr locker und leicht ist, wodurch sich das Buch schnell lesen lässt. Da die Geschichte mit ihren knapp 200 Seiten auch nicht sonderlich lang ist, kann man sie auch gut zwischen zwei Bücher dazwischen schieben.

Fazit:

Ein tolles Buch, das für einige Lacher sorgt. Definitiv nicht nur für Mütter, sondern auch für alle anderen, die ein lustiges und kurzweiliges Buch lesen wollen. Ich werde auf jeden Fall auch die beiden anderen Bände ins Auge fassen. Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, aber da es für mich eher ein „Zwischendurch-Buch“ war, bekommt es von mir wirklich SEHR SEHR GUTE

★ ★ ★ ★ von 5

Große Ärsche im Klassenzimmer:
218 Seiten (+ 22 Seiten Leseprobe), 9,99€ (Taschenbuch), 9,99€ (E-Book)

3 Sterne · Rezensionen

GIRL ONLINE ON TOUR – Zoe Sugg

ACHTUNG!
Bei Girl Online on Tour handelt es sich um die Fortsetzung von Girl Online. Wer den ersten Teil also noch nicht gelesen hat, sollte diese Rezension mit Vorsicht genießen (oder lieber gar nicht), da der ein oder andere Spoiler für den ersten Band vorkommen kann.

Girl Onlone on Tour

Ich hätte wissen müssen, dass es so kommen würde. Ich habe mich Hals über Kopf in dieses Abenteuer gestürzt und gedacht, es würde wie im Film passieren. Der Musiker wird berühmt, verliebt sich in ein Mädchen und sie leben glücklich bis in alle Ewigkeit. Aber das hier ist eben kein Hollywood-Drehbuch. Es ist das echte Leben, und – Eilmeldung! – manchmal ist das echte Leben Mist.

Die Geschichte:

Für Penny könnte es nicht besser laufen. Sie ist glücklich mit Noah, der gerade in seiner Karriere als Rockstar so richtig durchstartet. Und Penny darf quasi live dabei sein. Denn trotz vieler Bedenken hat sie es geschafft, ihre Eltern dazu zu überreden, dass sie Noah auf seine Europatour zu begleiten darf. Nun ist sie voller Vorfreude: Zwei Wochen wird sie mit ihrem Freund in den verschiedensten Ländern und Städten unterwegs sein. Von Berlin über Rom bis Paris ist alles dabei. Was könnte aufregender sein?

Doch schon das erste Konzert läuft nicht wie geplant. Penny verliert ihr Handy und erleidet eine ihrer Panikattacken, die sie schon länger verfolgen. Trotzdem will sie nicht auf die Reise verzichten. Und so geht es bereits am nächsten Morgen los – auf ins große Abenteuer!

Aber irgendwie hatte Penny sich das alles ein wenig anders vorgestellt. Noah hat kaum Zeit für sie und sie fühlt sich alleingelassen. Werden die zwei Wochen wirklich so gut werden, wie Penny sich erhofft hatte?


Meine Meinung:

Nachdem ich Ende letzten Jahres den ersten Band gelesen hatte, habe ich mir direkt den zweiten gekauft. Trotzdem bin ich erst jetzt dazu gekommen, ihn zu lesen. Die Geschichte hat mir leider nicht mehr ganz so gut gefallen wie letztes Mal, war aber trotzdem gut.

An sich ist die Geschichte ganz in Ordnung. Penny will einfach zwei schöne Wochen mit Noah haben, hat aber nicht damit gerechnet, dass das so schwierig werden würde. Allerdings fand ich, dass man sehr schnell gemerkt hat, dass hinter diesem dauerhaften „Keine-Zeit-haben“ von Noah mehr steckt. Was genau, bleibt allerdings lange unklar. Teilweise waren echt süße Szenen im Buch, aber die Liebesgeschichte wird halt wirklich erschüttert. Gleichzeitig erlebt man aber trotzdem eine weitestgehend schöne Reise durch verschiedene Städte mit Penny.

Kommen wir mal zu den Personen. Penny tat mir an vielen Stellen total leid, aber ich habe sie dafür bewundert, dass sie so ruhig bleibt und nicht schon viel früher ausrastet. Trotz ihrer Panikattacken ist sie sehr tapfer, lässt sich nicht unterkriegen und macht ihr eigenes Ding. Insgesamt war Penny auch diesmal für mich wieder eine sehr angenehme Protagonistin, in die ich mich gut hineinversetzen konnte.
Noah hingegen mochte ich nicht mehr so gerne wie im ersten Band. Er ist irgendwie nicht mehr der liebevolle Noah – im Gegenteil. Dauernd versetzt er Penny und hat nie Zeit. Boah hat der Typ mich aufgeregt. Da haben dann auch seine zwischenzeitlichen „Liebeserklärungen“ nicht mehr dran rütteln können.
Im Gegensatz dazu war mir Elliot viel sympathischer als im ersten Band. Er war nicht mehr so egoistisch und viel verständnisvoller.
Die übrigen Personen waren sehr unterschiedliche. Manche waren total nett und andere eher blöd. Mehr will ich dazu aber nicht sagen, sonst nehme ich zu viel vorweg.

Was mir noch aufgefallen ist, waren verhältnismäßig viele Fehler. Es waren teilweise kleine Sachen wie „mir“ statt „mit“, aber das ein oder andere Mal war auch ein Wort falsch. Vielleicht bin ich zu pingelig oder so, aber ich kann einfach nicht verstehen, wieso so ein Buch eines großen Verlags nicht gründlich Korrektur gelesen wird. Klar, solche Fehler kommen vor, aber einem aufmerksamen Leser würden sie sofort ins Auge springen.

Fazit:

Leider konnte mich die Story nicht so packen, wie ich nach dem ersten Band erhofft hatte. Trotzdem habe ich mit Penny mitgefühlt und das Buch hat mir gut gefallen, und wenn der dritte Band erscheint, werde ich auch diesen gerne lesen. Darum bekommt „Girl online on Tour“ von mir

½ von 5

Girl online on Tour:

416 Seiten, 14,99€ (Taschenbuch), 11,99€ (E-Book), erschienen bei cbj